Als ein Flüchtling meine Wohnung kaufen wollte

Es war im Mai diesen Jahres, als mein Vermieter meine Wohnung verkaufte.
Dafür musste ich Menschen zur Besichtigung in meine Wohnung lassen.
Da ich meine Privatsphäre sehr schätze, bin ich in solchen Fällen nicht gerade begeistert darüber, deshalb habe ich meine Wohnung bei jedem Besuch so präpariert, dass niemand sehen konnte wie ich lebe und was ich alles habe.
Diese Spinnerei meinerseits sollte mir noch zu Gute kommen.
Als nämlich eines Tages der Immobilienmakler mit einem Interessenten vor meiner Wohnungstüre stand, traute ich meinen Augen nicht.
Vor mir stand ein junger männlicher Schwarzafrikaner, der kein Wort Deutsch sprach.
Selbstbewusst trat er sofort in die Wohnung und nahm sofort Besitz von ihr, obwohl ich alle Möbel mit Laken verhängt hatte, fand er nämlich noch einen Stuhl auf den er sich unbedingt aufstützen musste, was ich bereits als Vergewaltigung meiner Möbel ansah.
Muss man etwas in der Wohnung von jemanden anfassen, begrabschen und sich zu eigen machen, wenn man von demjenigen nicht einmal eingeladen wurde und offensichtlich sieht, dass dieser nicht gerade begeistert ist, wenn man seine Wohnung betritt?

So viel Feingefühl hatte dieser Mensch jedoch nicht.
Was ihn stattdessen interessierte war, ob meine Abstellkammer mit dem Kleiderschrank darin eine Geheimtüre hatte, in der es noch weiter ging und ob mein Stromkasten ein Tresor war.

Nach dieser, doch etwas merkwürdigen Besichtigung und Befragung meiner Wohnung gingen wir noch in den Keller, bei dem er noch wissen wollte, ob die Gegenstände darin meine wären.
Alles in allem war ich froh, dass diese Begegnung bald wieder vorbei war.
Ich habe mich an dieser Stelle nur noch gefragt, wo er wohl so viel Geld her hat, um eine Eigentumswohnung in Deutschland zu kaufen.
Vielleicht war er ja doch ein Ingenieur oder Arzt aus Afrika.
Die Wohnung hat dann letztendlich ein Ehepaar gekauft, die vom Osten hier eingewandert sind.