"Ich war Sklavin des IS"

Jinan (19) ist Jesidin und stammt aus dem Gebiet am Fuß des Sindschar-Gebirges im Norden des Irak, nicht weit von der syrischen Grenze entfernt. Am 4. August 2014 wurde sie von IS-Dschihadisten gefangen genommen und als Sklavin verkauft. Nach drei Monaten konnte sie mit einigen Mitgefangenen fliehen. Sie lebt heute in einem Flüchtlingscamp der UNO im irakischen Kurdistan.

"Ich war Sklavin des IS" 




Eine Rezension bei amazon zu diesem Buch:


 "Das ist das Los der Abtrünnigen" Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 50 REZENSENT am 17. Januar 2016
Format: Taschenbuch
 
Einen solchen Satz mussten sich die Autorin dieses Buches und andere Frauen anhören als ihnen ein Video über die Hinrichtung von Männern ihres Volkes vorgeführt wurde, das sich ihre Sklavenhalter zur eigenen Erbauung ansahen. Jinan, ihre Familie und andere eines jesidischen Dorfes im Irak wählten auf ihrer Flucht vor den heranrückenden IS-Horden die Straße und nicht den Weg durchs Gebirge. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Was dann weiter geschah, ist für europäische Verhältnisse (noch) unvorstellbar. Liest man diesen Bericht, dann kommen nach einer Weile historische Vergleiche in den Kopf. Die ganze Beschreibung erinnert das eigene Gedächtnis an Dinge die man einst in der Schule über eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte gelernt hat. Ein Zufall ist das keineswegs.

Die Versklavung jesidischer Frauen, wie sie in diesem Bericht beschrieben wird, die Umstände, das Auftreten der IS-Schergen und die Begründung für dieses Verhalten sind der Auswuchs einer faschistischen Ideologie, die auf einer Selbsterhebung ihrer extremen Vertreter über andere Menschen beruht. Sie entsteht - und das kann man an vielen Stellen dieses Buches nachlesen - aus der Gewissheit, den einzig richtigen Glauben zu vertreten, dessen Befolgung zu Höherem beruft und alle diejenigen mit Strafen bis hin zum Tode belegt, die sich weigern, diesem Glauben zu folgen oder ihn auch nur anzunehmen. Dieser Glaube ist der Islam, den der IS in seinem Kalifat wieder in seiner ursprünglichen Form zur Geltung bringen will. Dabei kann er sich wörtlich auf den Koran berufen, denn all die Taten, die in diesem Bericht beschrieben werden, führte einst auch der Prophet dieses Glauben höchst selbst aus. Das ist nicht bestreitbar, wenn man die Quellen des Islam als wahr annimmt.

Dieses Buch gibt auch einen gewissen Einblick in den sozialen Hintergrund der IS-Leute. Es handelt sich bei ihnen wohl zumeist um brutale, wenig intelligente und in ihren Ursprungsländern sozial kaum erfolgreiche Männer, die sich in ihrem Kalifat nun austoben und mit ihrer Kriegsbeute tun und lassen können, was sie wollen. Selbstverständlich nach den Regeln des Propheten für Ungläubige. Wer möchte, kann sich im heiligen Buch dieser vorgeblichen Religion gerne über die phantasievollen Möglichkeiten erkundigen. Vielleicht lernt der Suchende dabei auch (was allerdings auf den ersten Blick nicht ganz so einfach zu erkennen ist), dass die guten Dinge im Koran, immer nur für die Muslime selbst gelten, nicht aber für die Ungläubigen. Jinan und die anderen Frauen aus diesem Bericht haben das am eigenen Körper durchleben können.

Man kann jedem Interessierten dieses Buch nur empfehlen, denn es zeigt die Abgründe des Islam. Was im Kalifat des IS passiert, ist für die "heiligen Krieger" kein extremistisches Fehlverhalten, sondern die Realisierung von Anweisungen des Propheten, die wortwörtlich im Koran stehen. Dass Jinan am Ende dieses Monate andauernde Martyrium überlebt hat, verdankt sie dem Mut, den sie und die anderen gefangenen Frauen bewiesen, als sich eine Fluchtmöglichkeit ergab.

Menschen im Westen sollten sich solche Berichte aufmerksam durchlesen, denn unsere Gesellschaften sind weder die Brutalität, noch die Entschlossenheit gewöhnt, mit der diese mittelalterlichen Horden vorgehen. Alles ist verlierbar, wenn man den Willen zur Verteidigung zivilisatorischer Errungenschaften aufgibt und naiv genug ist, um die Zeichen an der Wand nicht sehen zu wollen.

Ein erschütterndes Buch.