Der Naivling

Naivlinge sind Menschen die glauben diese Welt zu verstehen.
Sie leben in ihrer kleinen Welt und hoffen, dass die Abschottung zur Außenwelt sie vor dieser beschützt.
Menschen die sie auf die Gefahren diesbezüglich aufmerksam machen, halten sie für Verschwörungstheoretiker.
In ihrer "Friede, Freude, Eierkuchenwelt" gibt es noch Regierungen die Politik für das Volk machen, Geheimorganisationen die für das Volk operieren und eine Justiz, die für das Volk arbeitet.
Der gemeine Naivling glaubt noch, dass er von den überwiegend Guten auf diesem Planeten beherrscht wird.
Er glaubt, dass ihn die breite Masse schon davor schützen würde, wenn sie merkt, dass sie in Gefahr gerät.
Der Naivling bildet jedoch die breite Masse.
Deshalb verlässt sich der eine auf den anderen und es kommt nichts dabei heraus.
Sämtliche Informationen wie es auf dieser Welt wirklich zugeht werden verdrängt.
Lieber beschäftigt sich der gemeine Naivling mit vollkommen Sinnlosem und hofft dadurch, nicht in den Aufmersamkeitsradius des Negativen zu gelangen.
Für seine Wegrasserei vor den tatsächlichen Gegebenheiten auf diesem Planeten ist ihm jedes Mittel recht.
Das fängt bei der Glorifizierung der Eltern an und hört mit der Glorifizierung des lebenslangen Lügenmärchens über sein perfektes Leben auf.
In seiner Naivität glaubt er, wenn er nur genügend auf "Sonnenschein" macht, dass das Negative eine große Kurve um ihn macht.
Das Negative findet jedoch so erst seinen Platz in seinem Leben, weil dessen Ignoration eine Einladung für es darstellt.
Vollkommen im Dunkeln kann es sich durch die Abschottungsillusion des Naivlings formieren, wirken und wachsen.
Wird die eigene Familie nicht hinterfragt, muss man sich selbst nicht hinterfragen.
Kann man sich der Illusion hingeben, in einer perfekten Familie auch perfekt geworden zu sein.
Diese Verhaltensweise, die bereits in der Wiege vorhanden ist, wird für das komplette Leben angewandt.
Deshalb glaubt der gemeine Naivling, dass im Grunde alles Perfekt ist.
Negativität gibt es nicht oder nur bei anderen.
Dieser Verdrängungsmechanismus führt dazu, dass sich die Negativität immer weiter in einem ansammeln kann.
Je mehr sie das kann, je mehr wird sie verdrängt.
Je mehr bildet die "Friede, Freude, Eierkuchenwelt" eine Diskrepanz zur Realität.
Fängt nun der gemeine Naivling an, sich nicht mehr vor der Negativität um ihn herum zu verschließen, weil diese durch seine Verdrängung immer weiter anwächst und ihm diesbezüglich immer weniger eine Wahl hierfür lässt, muss er sich auch mit seiner eigenen Negativität die im Verdrängen liegt und erst für dieses Anwachsen gesorgt hat, auseinandersetzen.
Die Befassung mit den tatsächlichen negativen Umständen auf dieser Welt ist der Schlüssel zur eigenen Selbstanalyse.
Solange der Mensch dazu jedoch keine Kraft hat, wird er alles versuchen sich diese Welt so gut es geht schönzureden.
Wird versuchen, vor der eigenen Negativität zu fliehen.
Deshalb gibt es so viele Naivlinge da draußen, die lieber den Kopf in den Sand stecken vor den tatsächlichen Gegebenheiten auf diesem Planeten, weil sie sich sonst auch irgendwann die Frage stellen müssten, warum sie ein Teil dessen sind.