Es ist keine große Schlagzeile wert gewesen

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/nach-angriff-auf-radfahrer-in-berlin-mitte-polizei-veroeffentlicht-fotos-des-pruegel-fahrers/11305434.html



Aus einem fahrenden Auto heraus wurde ein Radfahrer am 9. Juli 2014 auf der Leipziger Straße mit einem Schlagstock attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizei sucht nun mit Fotos nach den Tätern.
Ein bulliger Typ steht direkt vor einem Mann, der hilflos auf der Fahrbahn der Leipziger Straße liegt und von einem Helfer versorgt wird. Er macht nicht den Eindruck, als sei er am Befinden des Liegenden interessiert; vielmehr scheint er den Wehrlosen zu beschimpfen. Direkt daneben steht ein brauner Hyundai-SUV; ein Mietwagen mit Heidelberger Kennzeichen. Kurz darauf wird der bullige Mann in den Hyundai steigen und davonfahren - bis heute ist seine Identität ungeklärt. Die Polizei hat nun Fotos des Mannes veröffentlicht. So hoffen die Ermittler, doch noch auf seine Spur zu kommen.

Löste eine Berührung den Gewaltexzess aus?

Die Polizei geht davon aus, dass der Gesuchte für einen brutalen Übergriff auf einen Radfahrer in der Leipziger Straße verantwortlich ist.
Der Radler war am 9. Juli gegen 17.30 Uhr in der Wilhelmstraße unterwegs, als er dem auf dem Radstreifen stehenden braunen Hyundai ausweichen musste. Hinterher scherte der Radler wieder ein; er konnte sich laut Polizei später nicht mehr daran erinnern, ob er den Wagen dabei berührt hatte oder nicht.

Jagd über den Bürgersteig

Diese vermeintliche Berührung - ob sie tatsächlich stattgefunden hatte oder nicht - reichte aus, damit der Fahrer des Hyundai völlig ausrastete. Nachdem der Radler in die Leipziger Straße abgebogen war, fuhr der Hyundai ihm hinterher - und zwar über den Gehweg. Der Fahrer versuchte, den Radler abzudrängen, mehrere Fußgänger mussten sich vor dem Auto in Sicherheit bringen.
Als das nicht funktionierte, fuhr der Wagen zurück auf die Fahrbahn und setzte sich parallel neben den Radler. Das Beifahrerfenster wurde geöffnet, danach drosch jemand - entweder der Fahrer oder der Beifahrer - mit einem Schlagstock aus dem fahrenden Wagen auf den Kopf des Radlers ein. Außerdem riss der Fahrer laut Polizei mehrfach das Lenkrad nach rechts, um den Radler zwischen Bordstein und Straße einzuklemmen.



Morddrohungen auf offener Straße

An der Kreuzung Leipziger Straße/Mauerstraße stellte der Fahrer den braunen "Hyundai" quer zur Radspur und zwang den Radler damit zum Bremsen. Laut Polizei versuchte der Radler noch zu wenden; allerdings war der Fahrer da schon aus dem Auto gesprungen. Mit dem Schlagstock in der Hand rannte er auf den Radler zu, brüllte Beleidigungen und Morddrohungen und schlug auf den Radler ein. Mehrere Fußgänger, die dem Radfahrer zu Hilfe kommen wollten, wurden ebenfalls beschimpft und bedroht.

Als das Opfer Fotos machte, kam der Schläger zurück

Als immer mehr Passanten dazukamen, ließ der Schläger kurzzeitig von seinem Opfer ab. Als der Radler nun sein Mobiltelefon zog und den Schläger und das Auto fotografierte, drehte dieser aber wieder um. Laut Polizei trat er den Radfahrer mehrfach gegen den Kopf, bis dieser sich nicht mehr bewegte. Erst dann stieg der Mann zurück in seinen Wagen, wendete und fuhr in Richtung Potsdamer Platz davon. Der Radler hat sich bis heute nicht von den psychischen Folgen des Übergriff erholt.


Schläger trug klobige Golduhr

Die Polizei sucht nun nach dem Fahrer und dem Beifahrer des Wagens. Der Fahrer soll zwischen 30 und 40 Jahren alt sein und "südländisch" aussehen. Die kräftige Statur un die kurzen dunklen Haare des Mannes sind auf den Bildern vom Tatort deutlich zu sehen. Er war mit einem hellen Shirt, Jeans und Turnschuhen bekleidet; außerdem trug er eine auffällige goldene Uhr am Handgelenk. Er sprach deutsch mit leichten Akzent - genauso wie der Beifahrer, der mit im Auto saß.
Dieser Beifahrer war im Gegensatz zum Fahrer von sehr schlanker Statur. Sein Alter wird auf etwa 20 bis 25 Jahre geschätzt; die dunkelblonden oder braunen Haare waren kurz geschnitten. Auffallend war das Hemd des zweiten Gesuchten: Es handelte sich um ein kariertes Hemd in verschiedenen Türkis-Tönen.


Polizei bittet Zeugen um Hilfe

Der Verkehrsermittlungdienst sucht nun nach Zeugen, die den Schläger oder seinen Beifahrer kennen und Angaben zu ihrer Identität und ihrem Aufenthaltsort machen können. Auch Hinweise zum Auto oder sonstige sachdienliche Hinweise können weiterhelfen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummern (030)-4664-381-352 oder (030)-4664-381-800 zu melden. Wie immer kann auch jede andere Dienststelle kontaktiert werden.