Wie 90% allen Lebens auf dieser Erde ausgelöscht wird

Es hat es schon einmal in der Geschichte der Menschheit gegeben, dass 90% allen Lebens auf diesem Planeten ausgelöscht wurde, durch den Stillstand des globalen Förderbandes.
Um das Förderband am Laufen zu halten benötigt das Wasser die kalten Regionen die das Wasser abkühlen, um somit mit dem warmen Wasser einen Kreislauf zu bilden.

Die vertikale Zirkulation wird von Salzgehalt- und Temperaturunterschieden im Meerwasser hervorgerufen, daher die Bezeichnung thermohaline Zirkulation, (thermo ~ Temperatur; haline ~ salzig).
http://www.seos-project.eu/modules/oceancurrents/oceancurrents-c03-p02.de.html

Wird dieses Zusammenspiel gestört, in dem die Wassermassen nicht mehr so abgekühlt werden, steht das globale Förderband.


Meeresströmungen üben einen großen Einfluss auf das Leben im Ozean aus. Die physikalischen Bedingungen für maritimes Leben hängen von verschiedenen Elementen ab: vom Sonnenlicht, von der Jahreszeit, von der Erwärmung und Abkühlung der Meeresoberfläche, und nicht zu vergessen, von den Meeresströmungen.

Wie auf dem Land stehen auch Pflanzen ganz am Anfang der Nahrungskette im Ozean. Deshalb ist die zur Verfügung stehende Nahrung für Meerestiere hauptsächlich mit der Produktivität von Meerespflanzen stark verbunden.
Phytoplanktonblüte Phytoplanktonblüte in der Barentssee
Pflanzliches Leben hängt von Licht und Nährstoffen ab

Im Gegensatz zum Lebem auf dem Land ist das Leben im Meer überwiegend eine 3D-Angelegenheit, und der Großteil des Meeresraums ist kalt, tief und dunkel. Photosynthese ist auf den sonnenbeschienenen Bereich nahe der Meeresoberfläche beschränkt. Am Meeresboden ist Pflanzenwachstum nur an seichten Stellen in der Nähe des Ufers möglich. Der Großteil aller Pflanzen im Meer besteht aus winzig kleinen, einzelligen Organismen, die mit den Strömungen in Oberflächennähe des Meeres herumtreiben - das Phytoplankton.

Wird Phytoplankton von Turbulenzen erfasst und in die dunkle Tiefe mitgerissen, stirbt es ab. Aber auch an der Oberfläche sind die wichtigsten Nährstoffe schnell aufgebraucht. Wenn keine Nährstoffen mit aufsteigendem Tiefenwasser nachgeliefert werden, verlangsamt sich das Pflanzenwachstum. Aus diesem Grund ist die Phytoplanktonkonzentration in strömungsarmen Gebieten sehr niedrig.


http://www.seos-project.eu/modules/oceancurrents/oceancurrents-c04-p01.de.html


Das große Sauropoden-Sterben

Geologe Lee Kump erforscht die Ursachen an stehenden Gewässern

Das globale Förderband verbindet die Ozeanströme der Welt. 1000 Jahre dauert es, bis das Wasser einmal die Erde umrundet hat. Sein globales Netzwerk kontrolliert den gesamten Planeten. Wie wichtig das Förderband tatsächlich ist, wird vor allem dann klar, wenn es einmal nicht funktioniert. Forschungen am Green Lake sollen die Folgen verdeutlichen.  
Computeranimation Sauropoden
Computeranimation Sauropoden (Quelle: ZDF)
Im Perm, vor 250 Millionen Jahren, war die Erde von spektakulären Wesen bevölkert. Man nennt sie Sauropoden wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Dinosauriern, aber sie lebten schon einige Millionen Jahre vor den ersten Sauriern. Zu ihrer Zeit erwärmte sich die die Erde gerade. Hitze und Dürre machten den Tieren erheblich zu schaffen, aber es sollte noch schlimmer kommen. Als die Temperaturen weltweit so angestiegen waren, dass an den Polen das Wasser nicht mehr ausreichend abkühlen konnte, um abzusinken, war ein kritischer Punkt für das globale Förderband überschritten. Die Ozeanströmungen kamen zum Erliegen und das Meer verwandelte sich in einen Friedhof.
Überreste toter Meeresbewohner
Beweise für die große Katastrophe kann man an ziemlich ungewöhnlichen Orten finden, zum Beispiel in den Dolomiten. Die Gesteinsschichten der majestätischen Gebirgskette an der Grenze zwischen Österreich und Norditalien, lagen nicht immer in luftiger Höhe. Vor 150 Millionen Jahren waren diese Schichten ein Meeresboden. An vielen Stellen findet man hier eine schwarze Ablagerung, die sich deutlich von den anderen Sedimenten abhebt. Sie besteht aus den Überresten von Milliarden toter Meeresbewohner. Normalerweise entsteht eine solche Schicht, wenn ein Gewässer stagniert. Diese Schicht beweist, dass der Lebensraum Meer zusammenbrach, als das Globale Förderband zum Stillstand kam.
Schwarze Ablagerungen in den Dolomiten
Schwarze Ablagerungen in den Dolomiten (Quelle: ZDF)
Tierschädel in der Wüste
Tierschädel in der Wüste (Quelle: ZDF)
Was aber hat das Sterben im Meer mit den Sauropoden zu tun? Seltsamerweise starb zu dieser Zeit auch nahezu jedes Landlebewesen aus. Dass es zu einem Massensterben der Meeresbewohner kam, ist nicht verwunderlich. Denn ohne Sauerstoff- und Nährstoffverteilung war vielen die Lebensgrundlage entzogen. Warum aber starb auch ein Teil der Landbewohner aus? Bis vor kurzem war diese Verbindung nicht ganz klar. Nähere Untersuchungen an stehenden Gewässern gaben nun Aufschluss über diese Entwicklung. Der Greenlake im Staat New York könnte darauf eine Antwort bereithalten.

Lee Kump, Pennsylvania State University, über die Besonderheit des Green Lakes:

"Wir glauben, dass der Green Lake eine Art lebendes Fossil des permischen Ozeans ist. Der obere Teil wirkt wie jeder andere hübsche See im Nordosten der Vereinigten Staaten. Es gibt Fische, Pflanzen, aber darunter lauert eine völlig andere Welt. Dort gibt es einen Lebensraum ganz ohne Sauerstoff, denn der See stagniert. Wenn man in den See hinuntertaucht, merkt man nach etwa 20 Metern, dass sich alles ändert. Dort lauert eine toxische Brühe, die für das Ende des Perm verantwortlich sein könnte."
Green Lake
Green Lake (Quelle: ZDF)
Gifte in großen Mengen
Das Tauchen im Greenlake ist ziemlich gefährlich. Man muss aufpassen, dass man sich nicht zu lange den Giften aussetzt, die hier in großen Mengen im See vorhanden sind. Deswegen taucht Geowissenschaftler Lee Kump nie allein, zu groß ist die Gefahr unter Wasser ohnmächtig zu werden. Sobald das Wasser rosa wird, beginnt die Gefahrenzone.
Taucher im Green Lake
Taucher im Green Lake (Quelle: ZDF)
In 20 Meter Tiefe ist der Bereich, wo das sauerstoffhaltige Wasser plötzlich aufhört. Ohne Sauerstoff erwartet man eine öde Welt, in der es kein Leben gibt. Das bedeutet, Lee setzt sich einem der gefährlichsten Gifte der Welt aus. Man nennt die Substanz Schwefelwasserstoff. Sie entsteht in stagnierenden Gewässern.

Lee Kump über rosafarbene Bakterien:

"Das Wasser ist pink wegen der Millionen und Abermillionen von Purple Bakterien. Diese Bakterienart lebt von Schwefelwasserstoff. Diese rosafarbenen Bakterien sind so etwas wie der Rauchende Colt des permischen Massensterbens."
Zerstörung aus dem Wasser
In diesem See ist der Schwefelwasserstoff unter der Oberfläche gefangen, aber vor 250 Millionen Jahren scheint das anders gewesen zu sein. Die schwefelwasserstoffreichen Wassermassen stiegen an die Oberfläche und gelangten in die Atmosphäre. Auf diese Weise kam die Zerrstörung vom Wasser an Land. Auf dem Weg zur Oberfläche löschte das Gift fast alles marine Leben aus. Schwefelwasserstoff ist etwa so giftig wie Cyanid. Als es schließlich aus den Ozeanen ausgaste tötete es nahezu alles Leben, das mit ihm in Berührung kam. Vermutlich war der Zusammenbruch des Globalen Förderbandes dafür verantwortlich, dass rund 90 Prozent aller Tierarten ausstarben. Diese Katastrophe ist eine Mahnung, was passieren kann, wenn das feine Geflecht der Meeresströmungen einmal zum Stillstand kommen sollte. 
 
 
Thermohaline Zirkulation