Von der Kunst ein Empfänger zu werden

Als erstes einmal wird man geboren und muss sich den äußeren Umständen anpassen. Den Egos der Mutter, des Vaters, der Geschwister, falls schon welche vorhanden.
Dadurch minimiert man bereits seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Man verliert immer mehr den Faden zu sich selbst und irgendwann einmal ist man die Person, die andere von einem wollen.
Ab und zu versucht man noch seine ursprüngliche Persönlichkeit zu leben, doch in der Regel wird das sofort von den Menschen um einen herum untersagt, da diese dadurch einen Kontrollverlust über sie spüren, der ihr eigenes Weltbild ins Wanken geraten lässt.
Nach einer gewissen Zeit reden sie sich selbst ein, dass sie die beste Familie im Universum haben.
So manipuliert, durch den Machtmissbrauch von anderen und ihrer eigenen Schwäche, leben sie jetzt ihr Leben weiter.
Gar nicht mehr in der Lage zu ergründen, wer sie eigentlich sind, was sie hier eigentlich machen und wen oder was sie eigentlich wollen.
So leben sie nun dahin, und passen sich immer mehr dem gängigen normalen Weltbild, das alle so gut es geht leben, an.
Sie übernehmen sämtliche Verhaltensweisen ihrer Umwelt und machen deren Werte zu ihren.
Dazu zählt in der Regel ein Haus, zwei Kinder, ein Ehepartner und ein erfolgreicher Beruf.
Dieses Ideal streben sie nun, so gut es geht, an.
Das sind die Werte, die alle hier wollen, ergo auch sie.
Wenn sie Glück haben, macht ihnen das Leben einen Strich durch die Rechnung, das sind dann die Momente, in denen sie zum Nachdenken über ihre momentane Situation angeregt werden sollen.
Momente, die sie aus der Planerrolle reißen.
Momente die ihnen aufzeigen, dass sie keinerlei Macht besitzen.
Momente die ihnen aufzeigen, dass sie keinerlei Überblick haben.
Das lässt sie im Laufe ihrer Leben immer ruhiger werden.
Bis dahin aber suchen sie sich in jedem Leben irgendetwas, mit dem sie verzweifelt ihren Verlust von sich selbst füllen wollen.
Etwas, das ihnen das Gefühl gibt, diese Lücke zu füllen, durch einen Beruf, Sport, Musik, um damit Adrenalin und Glückshormone zu produzieren.
Das ist ihre Antriebsfeder, dieses Loch in ihnen zu stopfen.
Andere versuchen es mit Drogen, was jedoch ein und dasselbe ist.
Mit aller Macht und aller Gewalt ersetzen sie nun das schwarze Loch in ihnen mit Dingen, die dieses schwarze Loch jedoch nicht ausfüllen und die permanent von ihm eingesogen werden, so dass nur noch das schwarze Loch übrig bleibt.
Also versuchen sie noch schneller, noch intensiver mit ihrer Energie gegen das schwarze Loch vorzugehen, doch das schwarze Loch ist stärker.
Es saugt alles ein, was sie ihm bieten.
Das lässt sie nach einiger Zeit verzweifeln.
Lässt sie erkennen, dass sie keine Macht besitzen.
Dass sie nichts tun können.
Das lässt sie von ihrer aktiven Phase in die passive Phase gleiten.
Lässt sie zum Empfänger werden.
Zum Empfänger dessen, was sie mit ihrer Aktivität nie erreicht haben.