Plastik aus Soja

In dem Film "Ist das Leben nicht schön", von 1947 ist ein kurzer Ausschnitt zu sehen, bei dem ein Freund des Hauptdarstellers ihm am Telefon erzählt, dass er eine Firma aufmachen will, bei der man aus Sojabohnen Plastik herstellen kann.
Also war vor über 67 Jahren diese Möglichkeit schon gegeben, aus Soja, Plastik herzustellen.

Industrie: Kunststoff aus Sojabohnen spart Erdöl

Mit Hilfe von Bakterien kann aus den Überresten von Sojabohnen Bernsteinsäure gewonnen werden. Diese ist Ausgangsbasis für zahlreiche petrochemische Endprodukte.
Forscher der Rice University in den USA haben ein Verfahren zur Herstellung von Bernsteinsäure aus Sojabohnen entwickelt. Diese kommt bei der Produktion von Kunstfasern, Plastik, Medikamenten und anderen pharmazeutischen Produkten zum Einsatz. Bisher musste die Chemikalie aus Erdöl gewonnen werden.
„Wir versuchen ein billigeres, nachwachsendes Ausgangmaterial zu finden, so dass das Endprodukt profitabler wird”, erklärt Chandresh Thakker den Grundgedanken der Forschung. Er und seine beiden Kollegen George Bennet und San Thakker konzentrierten sich bei ihrer Suche vor allem auf die unverwertbaren Überreste von Futtermitteln. Nach drei Jahren stießen die Amerikaner auf die Sojabohne. Diese wird bei der Herstellung von Kochölen und hochwertiger Tiernahrung beinahe komplett verwertet. „Alles was übrig bleibt sind unverdauliche Fasern und winzige Kohlenhydrate” erläutert C. Thakker.
Diese Überreste dienten den Biologen als Nahrung für Bakterien. Schon vor mehreren Jahren hatten die Forscher ein geeignetes Verwertungs-Verfahren für Pflanzenabfälle entwickelt. Damals erzeugten sie Bernsteinsäure mit Hilfe von genetisch veränderten E.Coli-Bakterien. Diese waren so gezüchtet, dass sie die Chemikalie aus Zucker gewinnen konnten. „Die Herausforderung bestand darin, die Kosten des Biomasseprozesses mit petrochemischen Methoden konkurrenzfähig zu machen” erklärt C. Thakker. Mit den Resten der Sojabohnen als Grundstoff haben die Forscher jetzt genau das geschafft. „Es wird in kleinen Mengen in Tierfutter verwendet, aber alles in allem ist es ein Material mit geringem Wert.” Sojabohnen sind daher eine günstige und in großen Mengen verfügbare Ausgangsbasis für die Herstellung hochwertiger Chemikalien.
Bei der Entwicklung des Umwandlungsproezesses orientierten sich die Amerikaner an der Natur. Einige Bakterienarten erzeugen von sich aus geringe Mengen Bernsteinsäure. Die genmanipulierten E.Coli-Bakterien tun dies jedoch wesentlich effizienter. Die Biologen halten sogar eine Umwandlung im Verhältnis von eins zu eins für möglich. Die Menge der erzeugten Bernsteinsäure würde dann exakt der Menge der zugeführten Soja-Nahrung entsprechen. Bennet betont, dass man bereits „Kontakt mit einem Soja-Unternehmen herstellen konnte.” Dieses hat ein „sehr großes Interesse an Technologien hin zu einer besseren und profitableren Verwendung seiner Ernte.”

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/12/48986/

Außerdem konnte man mit einem aus Hanf erzeugten Alkohol bereits das Benzin für die Autos ersetzen.

 

Soybean Car

Karosseriezeichnung des Soybean Car (1942), ohne Plastikteile
Das Soybean Car (deutsch Sojabohnen-Auto) war ein Fahrzeug, das der US-amerikanische Automobilhersteller Henry Ford 1941 der Öffentlichkeit vorstellte. 14 sojafaserverstärkte Karosserieflächen auf dem konventionellen Rahmen führten zu einer Gewichtsreduktion von 3000 auf 2000 Pfund, umgerechnet von 1,4 auf 0,9 Tonnen. Über die genaue Zusammensetzung existieren keine Unterlagen mehr. Auch das Fahrzeug selbst ist nicht erhalten.[1] Neben Soja sollen Weizen, Hanf, Flachs, Bastfasern und weitere Stoffe verwendet worden sein; der am Bau beteiligte Lowell E. Overly sagte allerdings, an pflanzlichen Bestandteilen seien nur Sojabohnenfasern verwendet worden. Auf nachwachsende Rohstoffe wurde wegen der damaligen Knappheit an Metall zurückgegriffen.[2] Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Autoproduktion eingestellt und damit auch das Plastikautoexperiment. Nach dem Krieg fiel das Projekt bei den Wiederaufbaumaßnahmen unter den Tisch.[3]. Die Idee lebt als Biokunststoff bzw. in der Nutzung der Faserverbundwerkstoff weiter.

Bezeichnung „Hanfauto“

Für das Fahrzeug verbreitete sich der Begriff Hemp Car (deutsch Hanfauto), nachdem 1999 in Publikationen darüber berichtet wurde.[4] Die Angaben waren widersprüchlich. Dem Buch Offbeat marijuana des US-Journalisten Saul Rubin gemäß sollte das Modell von 1941 mit aus Hanf gewonnenem Treibstoff angetrieben worden sein und das Auto selbst aus einer Kombination von Hanf und Soja bestanden haben.[5] Dem Magazin Hightower Lowdown des für die Legalisierung des Hanfanbaus in den USA eintretenden Aktivisten Jim Hightower[6] zufolge war die Karosserie aus einer Zellulosemasse aus Hanf und Sisal gefertigt. Außerdem habe Ford Autos hergestellt, die mit einem aus Hanf gewonnen Alkohol angetrieben wurden.[7]

Filmaufnahmen

Ein im Internet kursierender Filmbericht von 1941 über das Auto, das im Vorspann als plastic hemp car bezeichnet wird,[8] enthält Bilder von Henry Ford, der mit einem Hammer auf eine Kofferraumklappe schlägt. Dabei handelt es sich nicht um das Soybean Car, sondern um Fords eigenen Wagen mit einer aus dem Plastikmaterial hergestellten Klappe.[9] Als Sprecher wird im Vorspann Jack Thompson angegeben; der Vorspann stammt nicht aus der Entstehungszeit der Filmaufnahmen. Thompson war auch ein Sprecher der Fernsehdokumentation The Magic Weed von Martin Baker (La Sept/arte – Theopresse, 1995) über die Geschichte des Hanfes.
Im Internet kursiert ferner eine kürzere Version dieses Videos in einem für 1941 zeitgenössisch wirkenden Tonklang. Sie enthält den modernen Vorspann und den Hinweis auf Thompson nicht.[10]

http://de.wikipedia.org/wiki/Soybean_Car
  

Weder diejenigen die sich ein Patent auf die Plastikherstellung durch Erdöl gesichert hatten, hätten dann noch Geschäfte gemacht, noch wären die westlichen Länder jemals in so eine große Abhängigkeit durch Erdölmultis gekommen.