"Da musst du dich durchsetzen"

Kennen sie das, dass Eltern im Sandkasten den Kleinen raten, sich doch einfach zu wehren, wenn ein anderes Kind es schubst, haut oder sonstwie attackiert.
Genau dieser Rat ist aber absolut falsch.
Dazu fordert man sein Kind dazu auf, Gewalt auszuüben.
Das andere Kind hat es somit geschafft, ein friedfertiges Kind zu Gewalthandlungen zu verführen.
Insbesondere die Väter sind noch besonders stolz darauf, wenn sie das "Wehren" ihren kleinen Sprößlingen beibringen können.
Da gehen sie ganz in ihrer Vaterrolle auf.
Das ist genau das, was sie am Besten können. Gewalt auszuleben. Deshalb muss der kleine Nachwuchs so früh wie möglich an Gewalt herangeführt werden.
Wie bei Rauchern, die ihrem ehemligen Raucherkollegen der gerade versucht damit aufzuhören, immer gerne eine Zigarette bereitstellen, falls er sich das nochmal anders überlegt, passen die Väter ihre Kinder der eigenen innewohnenden Gewalt an, nur so sind diese Geschöpfe keine friedfertige Gefahr für das eigene gewaltsame Handeln.
Was für ein Vater würde schon gerne von seinem Kind hören, dass er asozial, gewalttätig, menschenverachtend und vollkommen unterentwickelt ist.
So ein aufbegehrendes Wesen muss sofort der eigenen Gewalt angepasst werden.
Deshalb ist es auch kein Wunder, dass dem kleinen Sprößling bereits im Sandkasten beigebracht wird, sich gegen Gewalt, mit Gewalt zu wehren.
Vorerst verwundert, über diese Handlungsweisen gegenüber Gewalt, passt sich der kleine Erdenbürger jedoch schnell den Empfehlungen der Eltern an.
Er lernt sehr schnell, dass er einfach nur noch gewalttätiger sein muss, damit die anderen ihn nicht mehr angreifen.
So wird aus einem kleinen unschuldigen Kind, sehr schnell jemand, der gelernt hat, sich mit Gewalt durchzusetzen.
Versagt haben hierbei die eigenen Eltern, die Gesellschaft und alle, die darüber in der Gesellschaft nicht aufklären und das Ganze als Normal betrachten.
Diese unterstützen mit ihrer eigenen innewohnenden Gewalt, die Gewalt im Land.
In Wirklichkeit müsste das Ganze jedoch anders ablaufen.
Das friedfertige Kind handelt absolut richtig in seinem Gefühl, dass es Rat bei den Eltern sucht, denn es will sich nicht durch Gewalt wehren müssen.
Es will sich der Gewalt des anderen Kindes nicht anpassen.
Das andere Kind handelt nicht richtig und das weiß das friedfertige Kind auch. Deshalb läuft es zu den Eltern, damit die sich um das gewalttätige Kind kümmern und es damit aufhört.
Stattdessen jedoch, stacheln die eigenen Eltern das eigene Kind zu ebenfalls gewalttätigen Handlungen an und wundern sich dann, warum so viel Gewalt in der Gesellschaft herrscht.
Unsere Gesellschaft hält Gewaltmenschen noch für Helden, statt für Loser und denunziert friedfertige Menschen als Feiglinge.
Da muss sich dann auch keiner mehr wundern, dass Gewalt auf den Straßen, in der Schule und der Menschheit gelebt wird.
Anstatt jegliche Form der Gewalt zu beleuchten und ihr den Garaus zu machen, indem man zum Beispiel den Jugendlichen von klein auf beibringt, dass "Fick deine Mutter" und "Hurensohn" kein Zeichen von Coolness bedeutet, sondern lediglich ein Ausdruck von geistiger und seelischer Schwäche darstellt, werden solche Aussagen in der Öffentlichkeit als vollkommen normal gewertet und auch in der Schule nicht weiter eingedämmt und erörtert.
Gewalt wird einfach ignoriert und der Friedfertige wird ihr dadurch gnadenlos ausgeliefert.
Derjenige der kein Messer verwenden will, wird unterdrückt, anstatt demjenigen das Messer wegzunehmen der es hat.
So ein Umgang mit Gewalt, führt letztendlich zur Verrohung der kompletten Gesellschaft, weil der Gewalt dadurch Tür und Tor geöffnet wird.