Wie man systematisch ein Land erobert

Zuerst schickt man ein paar Erkundschafter in dieses Land und lässt abchecken wie die Lage ist, dann lassen sich die Ersten dort nieder. Zuerst angepasst, da in der Minderheit, werden immer mehr Menschen aus den jeweiligen Heimatländern nachgeholt. Damit die Eroberung auch wirklich funktioniert, wird sich nicht in das Land integriert, sondern es wird genauso weitergelebt wie im jeweiligen Heimatland. Traditionen, Kultur, Religion, Denk- und Handlungsweise werden nicht dem neuen Land angepasst, sondern werden auch im neuen Land genauso weitergelebt. Man lebt nicht mit den Einheimischen, sondern um sie herum und nur durch den Zwang der Nahrungsbeschaffung, schafft man eine kleine schmale Linie auf der man die Einheimischen treffen muss. Ansonsten bleibt man lieber unter sich und tut so, als ob man sein Heimatland nie verlassen hätte. Die vormals Einheimischen und ihre Lebensweise werden als Fremdkörper in ihrem eigenen Land betrachtet, falls sie zu sehr von der eigenen Kultur und Religion abweichen.
Integration findet bei Religionen, in denen gelehrt wird, sich von allen Ungläubigen zu distanzieren, nicht statt.
Bemüht, sich so gut es geht von den Einheimischen und ihren Sitten und Gewohnheiten fernzuhalten, bauen sich so Parallelgesellschaften in einem Land auf. Kommt dann noch hinzu, die Frauen von der jeweiligen Vermischung mit den einheimischen Männern fernzuhalten und anderesherum so viele einheimische Frauen wie möglich abzugreifen, kommt es langsam und unmerklich zu einer Übernahme der einheimischen Bevölkerung, insbesondere dann, wenn bei einer Eheschließung zwischen einem Zugereisten und einer Einheimischen, die Einheimische die Religion des Zugereisten annehmen muss.
Wird die Religion, und somit die aufdiktierte Denk- und Handlungsweise wichtiger genommen, als die Kultur, in die man neu hinzugezogen ist, kommt es früher oder später unweigerlich zu einem Bürgerkrieg.
Wer Kulturen in sein Land lässt, die eine komplette Gesetzesvorstellung ihres Gottes als Religion in ein neues Land mitnehmen und es als Verrat an ihrem Gott ansehen, diese Gesetze der neuen Kultur anzupassen, der ist dafür verantwortlich, dass es keinen Frieden in diesem Land geben wird, weil die alte Bevölkerung entweder aus ihrem eigenen Land herausgeschmissen oder sich diesen Vorstellungen früher oder später anpassen muss, insbesondere dann, wenn sie die Friedfertigere von beiden ist.
In vollkommener Naivität und mit einem Irrglauben an eine Toleranz, doch alles und jeden in seine Reihen zu lassen, auch wenn diesen von klein auf gelehrt wird, sich nie und nimmer der neuen Kultur und deren Gesetzen anzupassen, hoffen die Naivlinge, dass trotzdem schon alles irgendwie gut gehen wird.
Vollkommen eingesülzt von dem Glauben an die eigene allumfassende Liebe, wird die Gefahr dadurch nicht erkannt, denn es kann nicht etwas schlecht sein, zu dem man so gut ist.
In vollkommener Vernebelung wird angenommen, dass man die Eroberungsfeldzüge der Menschen für ihren Gott und ihre Religion einfach wegdiskutieren kann, wenn es dann mal eng wird.
In einem unbändigen Glauben, in was auch immer, wird gehofft, dass einem, wer auch immer, aus der Patsche helfen wird, wenn die ansteigende Gewalt im Land gegen einen selbst zu groß wird. Mit großen erstaunten Augen wird dann wie ein Schaf auf der Schlachtbank dem eigenen Schlächter in die Augen geschaut, mit der erstaunten Frage im Gesicht: "Wie kannst du nur, ich habe dich doch in meiner grenzenlosen Liebe in mein Land gelassen."