Haben sie schon einmal einen Menschen verloren?

Eines der lehrreisten Begebenheiten die einem Menschen in der Materie auf karmatischer Ebene erfahren kann, ist der Verlust eines Menschen.
Der Verlust eines Menschen zeigt dem Individuum am Deutlichsten, dass er nicht Gott ist.
Während er bei allen anderen Begebenheiten immer noch irgendwie tricksen und kaschieren kann, ist das bei einem Verlust eines Menschen nicht mehr möglich.
Die erste Reaktion des menschlichen Egos ist erst einmal, diese Tatsache beiseite schieben zu wollen, doch da der Mensch nicht mehr auftaucht, bleibt dem Ego nichts anderes übrig, als sich mit diesem Verlust zu befassen.
Es ist wütend, es ist sauer, weil es hier nicht mehr die Kontrolle über das Leben hat.
Ihm wird aufgezeigt, dass sein Leben nur auf einer Illusion aufgebaut ist, in der er nur Göttlich spielt, es aber nicht ist.
Das Göttliche erfährt keine Verluste. Dem Göttlichen kann man auch nichts mehr wegnehmen. Dem Göttlichen geschieht nichts, was es nicht will.
Karmapartner die den Erdballen früher verlassen wie wir selbst, dienen dazu, uns an unsere Illusion von unserer Göttlichkeit wieder zu erinnern.
Der Verlust von uns selbst wird hier im Kleinen nachgespielt.
Die Erinnerung an unseren eigenen Tod, durch unsere Spaltung.
Das ist der Schmerz den wir empfinden, wenn uns ein Karmapartner verlässt.
Uns wird bewusst, wie wenig bewusst wir eigentlich gelebt haben.
Für den gespaltenen Menschen ist diese höchste Stufe der Erkenntnis aus diesem Akt nicht ersichtbar, doch was er vielleicht zumindest bewusst erkennen kann ist, dass er unbewusst gelebt hat.
Dass er sich nicht auf die Wesentlichen Dinge im Leben konzentriert hat und auf vollkommen Unwichtige Dinge sein ganzes Augenmerk gerichtet hat. Stirbt nun jemand aus dem Umfeld, wird einem das viel eher bewusst, weil man
1. Nie wirklich ein Gespräch mit diesem Menschen geführt hat um ihm aufrichtig zu sagen, wie wertvoll er war
2. Neben diesen Menschen her gelebt hat
3. Ihn wegen vollkommen unwichtigen Dingen geschimpft hat
4. Nie gemerkt hat, dass er neben einem war

Verliert man nun diesen Menschen, wird einem das erst einmal bewusst. Dann erkennt man die Fehler, die man im Umgang mit Menschen gemacht hat.
Dann erkennt man seine ganze Oberflächlichkeit. Dies fabriziert auf der emotionalen Ebene ein absolut schlechtes Gewissen und deshalb "liebt" man denjenigen der einen verlassen hat nun um so mehr.
Man möchte mit den traurigen Emotionen versuchen, alles wieder gut zu machen. Es kann ein richtiger Totenkult daraus entstehen, obwohl man zu Lebzeiten mit diesem Menschen gar nicht viel geredet hat oder nur oberflächliches Geschwafel.
Plötzlich ist dieser Mensch der absolute Mittelpunkt im Leben, mehr noch als zu Lebzeiten.
In diesen Akt kann man sich richtig hineinsteigern und der Verstorbene wird nun mehr als vergöttert.
Die meisten werden erst zu richtigen Ehepartnern, wenn der Partner gestorben ist.
Bei Kindern verhält es sich auch nicht anders. Kinder laufen so nebenher, nur wenn sie sterben, dann werden sie in den Himmel gehoben.
Dann packt einen das schlechte Gewissen, weil man sie nicht zu Lebzeiten besser behandelt hat.
Dass man sie wegen vollkommen nichtigen unwichtigen Dingen geschimpft hat, dass man ihnen die Cola auf dem Volksfest nicht gekauft hat, die sie so gerne einmal probieren wollten, all diese Kleinigkeiten fallen einem dann wieder ein.
Man geißelt sich für die Tatsache, dass man sich nicht Göttlich verhalten hat und genau an diesen Beispielen erkennt man, dass man eben noch nicht Göttlich ist.
Dass man sich eben bei Karmapartnern nicht so verhält, wie man immer von sich glaubte, sich zu verhalten, nämlich göttlich liebend.
Es ist die Scham der eigenen Fehlbarkeit die einen einholt. Die Erkenntnis der eigenen Gespaltenheit.
Zum Trost an dieser Stelle sei gesagt, dass die Verstorbenen die Umstände kennen.
Deshalb kann man von ihnen keinerlei Verurteilung erwarten.
Sie wissen was Sache ist. Sie haben nichts zu verzeihen.