Versuchen sie nicht, so etwas zu lieben!

Irgendwie scheint sich die Menschheit bis zum heutigen Tag einzureden, Vater und Mutter unbedingt lieben zu müssen, ansonsten ist man kein guter Mensch.
Leider wird diese Forderung versucht, bis zum Tode umgesetzt zu werden.
Verzweifelt versucht man, seine Mutter oder seinen Vater als das Höchste anzusehen und verzweifelt versucht man, in so viel Unperfektion, das Göttliche zu erblicken.
Väter und Mütter werden zu Heiligen stilisiert, alleine aus dem Grund, um selbst als Heiliger dazustehen.
Sich einzureden, bereits heilig zu sein, gelingt nur, wenn man sich einredet, die perfekten Eltern zu haben, denn sonst müsste man nachrecherchieren, wie aus etwas Unheiligem etwas Heiliges entstehen kann.
Das soll tunlichst vermieden werden, also stilisiert man die Eltern zum Abgöttischen.
Sie sind das personifizierte Göttliche für einen und nur sie können einem die Absolution darüber erteilen, ob man selbst auch Göttlich ist. Von ihrem Urteil hängt alles ab. Deshalb ist jede Zurückweisung diesbezüglich immer ein Stoß in die Hölle. Jede Zurückweisung signalisiert, dass man nicht Göttlich ist. Das tut weh.
Bis zum Tod verhält man sich angepasst, um so viel Anerkennung wie möglich von den Göttern persönlich zu erhaschen. Je zufriedener man dabei die Götter stimmt, je zufriedener und selbstbestätigter fühlt man sich selbst.
Alle berechtigten Zweifel an ihrem Götterstatus werden verdrängt. Alle Zweifel an sich selbst, werden verdrängt.
In einem Scheinbild von sich selbst, wächst man so als Lügenbaron von sich selbst auf.
Immer die Eltern im Hintergrund, die einen solange tragen, solange man sie als Götter verehrt.
Fängt man an, sie zu hinterfragen, ist der Teufel los. Fängt die Sintflut an.
Öffnen sich alle Dämme für eine rituelle Waschung von apokalyptischen Ausmaßes.
Es kann sein, dass dies die Eltern für immer wegspült.
Dann stehen sie ganz schön alleine da, so mit sich selbst.


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