Wie die Schule mein Leben geraubt hat

Aus meiner Schulzeit konnte ich genau drei Dinge mitnehmen, die ich für mein späteres Leben auch wirklich gebrauchen konnte: Lesen, Schreiben, Grundrechenarten, Maschinenschreiben, Englisch, Rechtschreibung.
Das war es. Mehr konnte ich von all dem was mir zum Lernen aufgezwungen wurde nicht für mein weiteres Leben gebrauchen.
Alles andere war überflüssiger Stoff, den ich in mein Wesen und Hirn hineingezwungen habe, tagtäglich, mit jahrzehntelangem Auswendiglernen und nichts davon konnte ich für mein Leben wirklich gebrauchen.
Alles umsonst. 12 Jahre meines Lebens vollkommen verschwendet. 12 Jahre meines Lebens jeden Tag aus dem Schlaf gerissen, anstatt das Wichtigste zu machen, was ein Mensch machen kann: Schlafen.
Der Regenerant für unsere Gesundheit. Unsere Körperliche, Seelische und Geistige.
12 Jahre meines Lebens gestohlen, aufgezwungen, vergewaltigt.
Vollkommenen Müll in mich hineingeschüttet, der nichts bedeutet. Den man getrost wieder vergessen konnte, wenn man die Note dafür kassiert hatte.
Jahrzehntelang die Freiheit geopfert, ganze Tage, nur damit ich das Unnötige lerne, was sich andere für mich ausgedacht hatten. Irgendwelche Menschen die meinten, dass dies wichtig für mich sei, was sich als vollkommener Irrtum herausgestellt hat.
Diese Menschen haben mein Leben gestohlen. Haben mit ihrem Zwang meine Freiheit geraubt. Ich selbst konnte in der Zeit nicht das machen, was ich wirklich wollte. Ich hatte erst gar nicht die Zeit herauszufinden, was mir wichtig ist. Was ich wirklich wollte. Was mich wirklich interessiert hat. Das Leben der Menschen untereinander. Die Natur. Die Tiere. Nicht den theoretischen Müll darüber. Wie die inneren Organe der Tiere ausschauen, sondern wie sie sich untereinander verhalten. Warum die Menschen sich gegenseitig abschlachten. Warum Menschen sich gegenseitig ausrauben. Was an unserem Gesellschaftssystem schief läuft. Wie man unser Wirtschaftssystem so verändern kann, dass jeder hier in Anstand und Würde leben kann. Doch so etwas wurde in der Schule nicht thematisiert. Stattdessen wurde das gängige System als unveränderbar in die Gehirne der Schüler eingepflanzt. Die wirklich wichtigen Themen wurden ausgespart.    
Ich konnte mich in der Zeit nicht weiterbilden, sondern wurde nur zugemüllt.
Mit Unwissen, mit Halbwahrheiten, mit Schrott, mit Lügen.
Wurde mir in Soziologie, BWL, Völkerkunde nur Müll erzählt. Das wahre Wissen, wie unser Wirtschaftssystem wirklich funktioniert, habe ich mir selbst nach der Schule beigebracht.
Von diesem Wissen wollte die Schule nichts wissen. Dieses Wissen wurde bewusst von mir ferngehalten.
Gott sei Dank habe ich nicht noch zusätzlich studiert, denn dann wäre ich noch Verblödeter.
Dann hätten mir die Eliten ihr vorher säuberlich aussortiertes Material, um effektiv den Rest ausbeuten zu können, in meinen vorher einwandfreien Schädel eingepflanzt.
Gott sei Dank ist mir das erspart geblieben.
Dadurch wurde ich nur ein halb Angepasster. Jemand, der noch einen Rest von freiem Denken für sich behalten konnte. Jemand, dem man nur bedingt einstudieren konnte, wie er die Dinge auf diesem Planeten zu sehen hat.
Jemand, dem man nicht seinen Denkapparat für immer zerstört hat.
Es hat Jahre gedauert, bis ich mich wieder etwas regeneriert hatte. Bis ich wieder anfing, selbstständig zu denken.
Bis ich das Bombardement des Nichtwissens verdaut hatte und es in das Klo der Geschichte spülte.
Vergessen darf ich auch nicht meine Lehrzeit, als Bürokauffrau. Auch die war vollkommen überflüssig.
Hätte ich mich gleich an den Platz gesetzt, an dem ich nach meiner Lehre gesetzt wurde, hätte ich dort von Anfang an mehr Geld verdient und hätte mir den Müll, den ich drei Jahre lang in der Schule gelernt hatte, ersparen können.
Nichts von dem konnte ich für mein weiteres Leben gebrauchen. Auch nicht die Versetzungen im Betrieb an unterschiedliche Stellen um dort zu sehen was andere arbeiten, hat mich wirklich gebildet und mir auch nichts gebracht.
Vollkommen überflüssig. Vollkommene Zeitverschwendung.
Wer in einem Betrieb arbeitet, der wird normalerweise genau für seine Tätigkeit angelernt und das dauert im Regelfall ein paar Tage.
Man muss dafür in den allermeisten Berufen weder gelernt noch studiert haben.
Das ist alles vollkommene Zeitverschwendung.
Gott sei Dank hatte ich wenigstens nette Mitschüler, was die Schulzeit irgendwie erträglich machte, zumal die manipulierbareren Schüler ab der fünften Klasse ins Gymnasium oder die Realschule abwanderten, ab da war das Schulleben etwas entspannter.
Die menschlicheren Schüler blieben übrig.
Leider ist das heutzutage auch nicht mehr so. Ich ging in den 70er und 80er Jahren in die Schule, da waren die Schüler noch nicht so asozial und gewaltbereit, wie es heutzutage an deutschen Schulen der Fall ist.
Heutzutage ist selbst das Schöne, was von der Schule noch übrig bleibt, nämlich das menschliche Untereinander der Schüler, versaut.
Haben Kinder schon Angst in die Schule zu gehen, weil sie dort von den Gewalttätigen tagtäglich gedemütigt und erniedrigt werden. Weil sie sich deren Gewalt tagtäglich anpassen müssen. Deren vulgären Sprache, deren machohaftem Auftreten, deren unmenschlichen, unzivilisierten, gewalttätigem Verhalten.
Dieses Pech hatte ich Gott sei Dank zu meiner Schulzeit noch nicht.
Doch das kommt heutzutage noch dazu.
Da werden friedliebende Kinder gezwungen, den ganzen Tag mit solchen gewalttätigen Energien das Klassenzimmer zu teilen.
Da werden Kinder nicht nur geistig, sondern auch noch massiv seelisch und körperlich missbraucht.
Das hat unser Schulsystem zustande gebracht.
Ein Schulsystem, das seinen Namen nicht einmal im Mindestmaß verdient hat.
Eigentlich müsste man unser Schulsystem in "System zur Erlernung der Unmenschlichkeit" umbenennen.
Dann wären wir wieder bei der Wahrheit angelangt.