Die Honkbeziehung der Normalsterblichen

Normalsterbliche haben ein Problem, sie sind nicht göttlich. Das erschwert die Suche nach dem perfekten Partner etwas, was aber viele nicht davon abhält, es trotzdem zu versuchen.
Am Anfang, als Kind, ist man noch zu den ehrlichsten Beziehungen fähig, was die Sache erschwert, da man da noch nicht auf Partnerwahl ist.
Ist man im Teenageralter und geht es um den ersten Freund oder Freundin, nimmt man sich und den anderen noch ziemlich wichtig. Man ist offen, selbstverständlich auch noch naiv, was einen von Beiden ziemlich verletzen wird, nämlich denjenigen, der da schon glaubt, dass eine Beziehung vollkommen ausreicht um den Traumpartner zu finden.
Wie kann man aber seinen Traumpartner finden, wenn man ohne jegliche Erfahrung hinsichtlich des anderen Geschlechtes ist? Das geht nicht.
Die Paare die sich einreden, sie hätten halt einfach nur Glück gehabt, wenn sie beim ersten Partner bleiben, sind einfach innerlich noch nicht ausgereift genug, um mehr vom Leben zu fordern.
Sie sind schon happy, wenn sie überhaupt einen Partner gefunden haben. Je weniger ein Mensch entwickelt ist, je weniger Beziehungen hat er auch, weil das Wechseln des Partners immer eine gewisse Stärke verlangt, nämlich sich mit nichts zufrieden zu geben, was Kompromisse verlangt.
Es ist keine Stärke von Menschen, lange bei ihrem Partner zu bleiben, sondern Schwäche. Solche Menschen haben einfach nicht die nötige Reife, um auf dem Partnersektor auszuprobieren und in vielen Fällen auch nicht die Chance dazu. Also bleiben, innerlich und äußerlich unattraktive Menschen meistens mit dem ersten, maximal dritten Partner zusammen, mehr werden sie auch als Partner nicht finden.
Dann lieber auf Nummer sicher gehen und sich mit demjenigen, den man eigentlich als vollkommen unattraktiv empfindet, zusammenbleiben.
Selbstverständlich ist man in dieser Beziehung nicht glücklich, doch mehr kann man auch nicht bieten.
Ständig am rumnörgeln über den anderen, bleibt man trotzdem bei ihm, weil man instinktiv weiß, dass man keinen anderen mehr abbekommt.
Das Ganze garniert man dann mit dem Attribut "Stärke", "Ausdauer", "Arbeit", "Standhalten", "Nicht vor jeder Kleinigkeit davonlaufen", "Reifen lassen", "Durchhalten", "Nach der Resignation wissen was wahre Liebe bedeutet".
Solche Menschen laufen mit stolz geschwelter Brust in der Gegend herum und freuen sich, dass sie es mit ihrem Partner geschafft haben, auch Jahrzehnte in dieser Abartigkeit zu verbringen.
Die etwas reiferen und selbstbewussteren Exemplare, machen diesen Zirkus nicht so lange mit.
Die finden, trotz der Emotionalität die sich entwickelt hat, wieder schneller zu sich selbst zurück.
Als emotionaler Mensch, der mit seinem Inneren immer in direkter Verbindung steht, geht das Verlieben, also das Reinfallen in die eigene Illusion einer perfekten Beziehung ziemlich schnell, das Entlieben aber genauso.
Der emotionale Mensch, knüpft nur auf dieser Verbindung seine Beziehungen. Er hat sich selbst dabei immer noch im Auge, weil er aufgrund seiner Emotionalität gar nicht anders kann. Er spürt die Dissonanz einfach wesentlich schneller als der Mensch, der mit sich noch nicht in so einer Verbindung steht und sein Leben deshalb über den Intellekt gestaltet.
Selbstverständlich lebt so ein Mensch weitaus mehr im inneren Chaos, weil er durch seinen Verstand nicht versucht diesen Lebensfluss zu kanalisieren. Er lässt sich treiben. Er nimmt den Fluss so, wie er kommt.
Dadurch wird er direkt von ihm zum Meer gespült, falls er vorher nicht untergeht.
Der Mensch, der sein Leben versucht über den Verstand zu regeln, hängt gerade einmal seinen Zeh ins Wasser um festzustellen, dass das sichere Ufer viel besser für ihn ist. Dass er dadurch nie das Meer erreicht und er dadurch tot bleibt, interessiert ihn nicht.
Lieber einen sicheren Tod, als ein unsicheres Leben.
Lieber den Tod unter Kontrolle haben, als ein Leben voller Chaos.
Er selbst betitelt diese Kontrolle über den Tod, der eigentlich ihn unter Kontrolle hat, als göttlich.
Wie ein Buddha sitzt er am Ufer und belächelt das Leben, das an ihm vorbeitreibt.
Glaubt sich als Beherrscher über die Elemente.
Hält alle, die er für diese Illusion benötigt, mit am Ufer fest.
Dort sitzen sie alle, die Nichtschwimmer, die Angsthasen, die Kontrollfreaks.
Diejenigen die an ihrem vermeintlichen Leben festhalten, das jedoch ihr Tod ist.
Sie beeumeln sich noch über diejenigen im Wasser, die sich noch abstrampeln und versuchen über Wasser zu bleiben. Lachen noch darüber, dass diese den Sprung ins Wasser geschafft haben. Amüsieren sich noch über so viel Blödheit. Sehen sie reihenweise untergehen und erkennen nicht, dass der Fluss sie ins Meer spült, als Fisch.