Man trifft sich immer zweimal im Leben

Gestern abend, als ich von der S-Bahn nach Hause lief, mit einem Pulg von Menschen vor, hinter und neben mir, fiel mir ein kleiner Hund vor mir auf, so ein langhaariger, die immer so viel kläffen.
Normalerweise interessieren mich keine Hunde und ich bin froh, wenn sie sich auch nicht für mich interessieren, doch dieser sah irgendwie besonders süß aus.
Sein Fell war sehr gepflegt und glänzte und sein langer Schwanz stand in die Höhe und wackelte immer mit seinen langen Haaren daran von rechts nach links.
Ich habe noch nie so einen langen behaarten wackelnden Schwanz an diesen kleinen Kläffern gesehen.
Was aber besonders süß an diesem Hund war, dass er so agil war.
Seine Lebensfreude, konnte ich noch fünf Meter hinter ihm wahrnehmen. So ein freundliches, lebensbejahendes Hundchen habe ich selten gesehen.
Auf der Treppe habe ich ihn dann fast eingeholt, da die Treppen ihm etwas unheimlich waren und er sie nicht so gut nehmen konnte. Er wollte dann diese schmale Rinne benutzen die rechts von der Treppe war, doch da nahm ihn sein Frauchen auf den Arm und trug ihn, nachdem er einem jungen Mann hinter ihm den Weg blockierte und dieser wegen ihm stoppen musste.
Oben angekommen, stürmte er wieder los und als er den ersten Busch auf dem Weg sah, nahm er ihn gleich mal zur Pinkelpause her. Da musste ich laut lachen, so dass sich das Frauchen gleich mal nach mir umdrehte und ich sagte zu ihr: "Der erste Busch muss gleich mal in Beschlag genommen werden".
Sie lachte auch und sagte so etwas wie "Ja".
Dann trennten sich unsere Wege. Als ich daheim war, musste ich etwas später noch mal an den Hund denken, dass er so süß war und ich dachte mir, schade, den hätte ich gerne mal gestreichelt.
Am nächsten Tag dann, bin ich zum Schuhekaufen gegangen.
Im Schuhladen ging ich zu einem Stuhl und wäre beinahe auf einen kleinen Hund getreten, weil ich ihn nicht sah. Dieser war total freundlich und kam sofort auf mich zu, mit wedelndem Schwanz.
Normalerweise gehe ich solchen Begegnungen immer aus dem Weg, da ich nicht will, dass mich ein Hund anspringt oder abschleckt, da dies immer so an der Hand stinkt.
Dieser war aber von so einem einnehmenden Wesen und so extrafreundlich, dass ich mich ihm nicht entziehen konnte.
Also ließ ich ihn an meiner Hand schlecken, was höllisch gestunken hat und ich streichelte ihn.
Bis dahin nahm ich noch nicht wahr, dass es der kleine Hund von gestern war.
Erst als ich sein Frauchen sah, wusste ich es. Ich sagte ihr, dass ich die Frau von gestern mit dem "Busch" gewesen bin und sie erinnerte sich wieder.
Den ganzen Schuhkauf über, wenn ich wieder an meinen Stuhl ging, begrüßte mich der Kleine immer wieder von Neuem freundlich. Er wich nicht mehr von meiner Seite.
Anstatt sich in die Nähe von seinem Frauchen zu legen, legte er sich neben mich ganz nah.
Später ging ich dann in ein anderes Stockwerk da verloren wir uns wieder aus den Augen.
Im Sinn habe ich ihn immer noch.