Goldmarie und Pechmarie

Jeder kennt bestimmt das Märchen von Goldmarie und Pechmarie. Goldmarie war so fleißig, dass sie am Ende mit Gold überschüttet wurde, während Pechmarie so faul war, dass sie als Belohnung Pech bekam.
Anhand dieser Geschichte kann man sehr gut erläutern, wie sehr das Ego des Menschen die Realität über sich selbst verdreht. Das Ego glaubt immer von sich, es sei Goldmarie, obwohl es Pechmarie ist. Egal was es auch macht und egal wie faul es auch dabei ist, es wird immer von sich glauben, bereits Goldmarie zu sein.
Deshalb fällt es auch immer regelmäßig aus allen Wolken, wenn es wieder mal mit Pech überschüttet wird.
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Wenn Pechmarie nun wirklich einmal eine Goldmarie vor die Nase gesetzt bekommt, dann zeigt diese ihr ganz nachdrücklich auf, dass sie eine Pechmarie ist. Da das aber nicht in ihr Bild von sich selbst passt, wird sie nun alles versuchen, aus Goldmarie eine Pechmarie zu kreieren. Sie wird Goldmarie schlecht machen wo es nur geht, um ihr angekratztes Selbstbild so gut es geht aufrecht zu erhalten.
Somit hat das Ego die Realität um 180 Grad verdreht und deshalb ist es auch kein Wunder, dass es mehr als einmal das Gefühl hat, dass seine Welt auf dem Kopf steht. Da es aber unglaubliche Kräfte erfordert, um seine Illusion gegen die Realität aufrecht zu erhalten und auf Dauer niemand seine Illusion gegen die Realität deshalb aufrecht erhalten kann, wird es sich irgendwann der Realität stellen müssen.