Fußgänger in Not

Als Fahrradfahrer kann man sein Leid mit den Fußgängern singen.
Bis zum heutigen Zeitpunkt haben die meisten Fußgänger nicht verstanden, dass ein Weg, auf dem Fußgänger und Fahrradfahrer gleichzeitig sein dürfen, nicht nur ihnen gehört.
Das zeigt sich darin, dass sie von den Fahrradfahrern immer ein "Danke" erwarten, wenn sie den Weg für sie freimachen.
Wie oft ist es mir schon passiert, dass mir ein Fußgänger ein vorwurfsvolles "Danke" hinterhergerufen hat, weil er Platz für mich machte und ich mich nicht ordentlich dafür bedankt hatte.
Nun stellt sich mir die Frage: "Was glauben eigentlich die Fußgänger, wer sie sind"?
Glauben sie, der gemeinsame Weg gehört ihnen alleine und sie haben dem Fahrradfahrer nur gnädigerweise erlaubt, diesen auch zu benutzen?
Glauben sie, man muss normalerweise hinter ihnen herfahren muss, damit man mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs ist?
Glauben sie, dass es eine noble Geste von ihnen ist, wenn sie auf dem gemeinsamen öffentlichen Weg, Platz für Fahrradfahrer machen?
Was geht in so einem Fußgänger eigentlich vor?
Ich würde nie auf die Idee kommen, vom Fußgänger zu erwarten, dass er sich bedankt, dass ich ihn nicht umgefahren habe!
Ich würde auch nie erwarten, dass der Fußgänger sich bei mir bedankt, wenn ich vorher seinen Weg zum freien Gang blockiert habe und ihm dann gnädigerweise Platz für seinen Weitergang einräume!
Normalerweise fordert es die Achtung und den Respekt anderen "Verkehrsteilnehmern", so zu laufen, dass er gar nicht erst Platz machen muss!
Einen Weg so zu benutzen, dass erst niemand von hinten überholen kann, ist nicht gerade die feine englische Art.
Normalerweise müsste er sich bei mir als Fahrradfahrer entschuldigen, dass er mir überhaupt Platz machen musste!
DAS ist normalerweise die adäquate Antwort auf sein Fehlverhalten.
Doch von gespaltenen Menschen kann man immer nur erwarten, dass sie versuchen ihr Fehlverhalten anderen in die Schuhe schieben zu wollen, die ihnen aufzeigen, dass sie sich falsch verhalten haben, in dem sie mit der Fahrradglocke klingeln müssen, die nichts anderes sagt wie: "Hallo aufwachen, du bist hier nicht alleine auf dieser Welt".
Ein "Danke" wäre hier in umgekehrter Form wirklich angebracht.
Jedoch eins, das von Herzen kommt.