Gebt den Kindern, was sie wollen

Der Mensch hat eine ziemlich perfide Vorstellung von Erziehung. So gut wie jedes Elternteil glaubt, dass man Kindern Demut und Bescheidenheit beim Einkaufen beibringen muss.
Kinder kennen aber in ihrer Entwicklung noch nicht so etwas wie Herrschertum oder Machtwahn. Kinder sind nicht unverschämt, wenn sie im Laden etwas essen wollen. Sie sind einfach nur logisch.
Wenn ein Kind in einen Essensladen geht, dann will es darin essen. Dafür geht es hinein. Es begreift überhaupt nicht, dass es bei dieser Fülle die es erwartet, nicht auch in irgendetwas aus diesem Geschäft hineinbeißen darf.
Dafür geht die Mama und der Papa ja mit dem Kind in das Geschäft. Die Mutter und der Vater geben, durch das Hineingehen in das Geschäft, dem Kind ein unsichtbares Versprechen, dass es jetzt zum Essen geht.
Wenn die Mutter und der Vater dem Kind dann in diesem Essgeschäft das Essen verwehren, dann fühlt sich das Kind von seiner Mutter und von seinem Vater verraten.
Erst geht die Mutter und der Vater mit ihm in dieses Geschäft, um ihm die ganze Fülle zu zeigen, um es dann zu foltern, indem sie ihm nichts davon zur Berfriedigung seiner Esslust geben.
Das Kind kennt noch keine Zeit und kann noch gar nicht assoziieren, dass es auch später essen kann.
Es geht in ein Schlaraffenland und darf nichts davon haben.
Wenn Kinder in einem Essgeschäft etwas zum Essen haben wollen, und zwar jetzt und gleich, dann ist das lediglich eine logische Schlussfolgerung dieses Gangs.
Man erzieht Kinder nicht, wenn man ihnen das Essen in dem Moment vorenthält. Kinder lernen dadurch nur, dass die Erwachsenen nicht im Hier und Jetzt leben.
Sie fühlen sich verletzt, wenn ihre Eltern so vollkommen irrational handeln und das vollkommene Sein ihrer selbst vollkommen fehl deuten.
Eltern die ihre Kinder für ungeduldig und unerzogen halten und nicht merken, dass ihre Kinder sie nur an ihr tatsächliches Sein erinnern wollen.
Kinder, die weit aus besser erzogen sind, als ihre Eltern.