In 100 Jahren

In 100 Jahren besitzt du nichts mehr von dem was du jetzt hast.
In 100 Jahren besitzt du kein Haus mehr, kein Auto, keine Einrichtungsgegenstände,
nichts mehr.
Alles was du dir mit so viel Liebe zusammenerarbeitet hast, gehört dir dann nicht mehr.
Deine schöne Kleidung, deine operierten Brüste, deine Aktien, dein Schmuck,
deine Firmen, alles weg.
Dann kümmern sich andere um diesen Scheiß.
Dann hast du gar nichts mehr.
Dann bist du wo anders.
Dann bist du dort, wo diese Dinge nichts bedeuten. Gar nichts.
Dort hast du dich auch in einem Bruchteil von Sekunden wieder von den
Verbindungen gelöst, von denen du glaubtest, dass sie wichtig gewesen wären,
bis du auf deine wirklichen Verbindungen getroffen bist. Auf diejenigen, die
dir tatsächlich am Herzen liegen.
Dann wirst du dich wundern über deine ganzen Liebesschwüre, über die
Verbindungen, die du nur aufgrund deines Egos geschlossen hattest.
Du wirst dich darüber wundern, wie wenig es bedeutet mit jemanden 50
Jahre zusammengelebt zu haben.
Du wirst dich wundern, wie wenig du dann noch an deinen Kindern hängst.
Alles was dir einmal als überaus wichtig erschien, bedeutet dir gar nichts mehr.
Denn du bist jetzt in einem Zustand der dir aufzeigt, was wirklich wichtig ist.
Du wunderst dich über dich selbst, dass du an Nichts so viel Herzblut geklebt hast.
Dass dir Dinge, die Nichts bedeuten, für dich alles waren.
Dass du die Dinge, auf die es wirklich ankam, gar nicht bemerkt hast.
Dass du jederzeit die freie Wahl hattest, dein Leben in eine andere Richtung
zu lenken.
Du hast nur davon nie gebrauch gemacht. Dafür warst du von Anfang an schon
zu sehr geprägt. Konntest dich daraus nicht befreien.
Du warst tot, bevor du überhaupt richtig zum Leben angefangen hast.
Hast dein Leben dann durch diesen Tod verschleudert.
Bist etwas hinterhergerannt, was du nie halten konntest.
Warst dem Nichts auf der Spur.
Warst glücklich, wenn du das Gefühl hattest, dieses Nichts für ein kleines
Stück ergründet zu haben.
Schlugst dir auf die Schulter, voller Stolz.
Warst zu sehr in deinen Illusionen gefangen, was Glück und Leben bedeutet.
Konntest deinen Blick nicht davon abwenden, hin zu den wahren Werten.
Dorthin, wo du dich selbst erreichen konntest.
Gabst diesem Leben nie einen wirklichen Raum.
Zu sehr hast du dich von dir selbst abgewandt, abwenden lassen.
Zu sehr warst du in diesem Spiel gefangen.
Jetzt bist du wieder hier, dir das alles bewusst werdend, doch jetzt ist es zu spät.
Du hattest deine Chance.
Vergeben.
Bis zum nächsten Mal.