Die Reichen brauchen Erniedrigung

Die Reichen brauchen es, andere erniedrigen zu können. Sie brauchen es, andere demütigen zu können.
Sie haben wirklich dem Volk weisgemacht, dass sie selbst über Fleiß zu ihrem Reichtum gekommen sind.
Sie haben der breiten Masse weisgemacht, dass alles gerecht zugeht in diesem Volk.
Sie selbst dürfen sich OHNE JEGLICHE ARBEITSLEISTUNG die Taschen ohne Grenzen voll machen, durch Zinsen, Spekulationen, Gewinnmaximierung und überhöhten Stundenlöhnen, anderen gönnen sie aber im gleichen Atemzug nicht einmal das Recht auf ihr Existenzminimum.
Das ist so, wie wenn zwei Kinder in einem Raum sind, sich das eine ohne jegliche Arbeitsleistung 10 Äpfel schnappt und dem anderen Kind keinen Einzigen gönnt. Das ist unser Wirtschaftssystem. Das Kind das diese 10 Äpfel ohne jegliche Arbeitsleistung genommen hat, macht aber dem anderen Kind weiß, dass es dafür gearbeitet hat.
Dass es dafür Leistung erbracht hat und deshalb diese 10 Äpfel auch verdient hat. So ist die Realität in diesem Land. So verlogen, verheuchtelt und menschenverachtend sind die Reichen.
Nehmen diese 10 Äpfel ohne jegliche Arbeitsleistung und schimpfen, wenn das andere Kind nur einen davon haben will, damit es nicht verhungert. Erkennen zum Großteil nicht einmal die tatsächliche Arbeitsleistung des anderen Kindes an, wie zum Beispiel die Arbeitsleistung der Mütter weltweit.
Solche Kreaturen sind die Reichen.
Sie kennen keinerlei Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit oder Mitgefühl. Sie sitzen auf ihren 10 Äpfeln, die sie für ihr Überleben überhaupt nicht benötigen und sehen dabei gelassen zu, wie das andere Kind in ihrem Beisein verhungert.

Typische verarschende Reichenargumente bei einem bedingungslosen Grundeinkommen sind zum Beispiel:

"Das ist aber ungerecht, die einen arbeiten dann und die anderen müssen nicht arbeiten und haben das Gleiche".
Stimmt natürlich so erstmal überhaupt nicht, denn diejenigen die arbeiten, bekommen genauso das bedingungslose Grundeinkommen, haben dann also durch ihre Arbeit eben ihren Lohn als Mehr auf ihrem Konto.
Also nichts mit ungerecht.
Anderes Argument, gerade bei Politikern: "Was, ich bekomme dann nochmal zusätzlich zu meinem Gehalt 1000 Euro drauf" so nach dem Motto, das ist aber dann zu viel. Seltsamerweise haben sie aber in keinster Weise diese Bedenken, wenn sie selbst ihre Diäten so erhöhen, dass sie jetzt schon viel zu viel haben. Auch nicht, wenn sie von Banken engagiert werden um dort für eine Rede auch mal 7000 Euro zu kassieren.
Da haben sie plötzlich dann kein schlechtes Gewissen mehr. Nur wenn es darum geht, dass alle anderen bedingungslos ihr Existenzminimum bekommen, da überkommt sie plötzlich so ein Gerechtigkeitssinn.
Wie verheuchelt.
Dem Volk soll weisgemacht werden, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ungerecht ist gegenüber den armen Arbeitern, die dann alles finanzieren müssen. Warum fragen denn diese Politiker kein einziges Mal, wer die Zinsen der Banken finanziert, die Spekulationsgewinne, die Gewinne der Unternehmen und die viel zu überhöhten Stundenlöhne? Warum fragt kein einziger Politiker mal danach? Beim bedingungslosen Grundeinkommen wird geknausert, geht ja nur um die Existenz eines jeden Einzelnen im Volk, bei den Reichen kann man dafür um so mehr protzen.
Selbstverständlich kommt dann auch immer noch die Finanzierungsfrage. Dass wir jetzt schon knapp 1 Billion im Jahr an Sozialabgaben zahlen und das für jeden Bundesbürger locker mal 800 Euro im Monat wären, das interessiert nicht weiter.
Schön das Geld von der breiten Masse einziehen, aber nicht so verteilen, dass die breite Masse hier in Würde und ohne Existenzängste leben kann, denn dann kann man sie nicht mehr erpressen. Dann kann man sie nicht mehr zu Arbeitssklaven degradieren oder zu Suppenkaspern machen, die von anderen Erwachsenen in Sinnlosmaßnahmen zu Kindergartentätigkeiten genötigt werden.
Dann noch das Neidargument, dass derjenige dann doch mit seinem bedingungslosen Grundeinkommen nach Thailand fährt und dort wohnt. Schon mal überlegt, dass man das regeln kann, mit einer bestimmten Anzahl von Tagen, die man im Jahr in Deutschland verbringen muss und schon ist das Argument vom Tisch.
Auch das Argument, dass jeder dann nach Deutschland stürmt. Wenn man natürlich jedem der hierherkommt automatisch sofort die deutsche Staatsbürgerschaft gibt, dann wird das tatsächlich ein Problem, doch auch das kann man mit Vernunft regeln.
Alle diese Argumente dienen nur dazu, der breiten Masse weiszumachen, dass es unmöglich ist, dass hier jeder bedingungslos sein Existenzminimum erhält. Sorry, aber bevor man Reiche ÜBERHAUPT in einem Volk zulässt, muss ERST das bedingungslose Existenzminimum stehen und nicht umgekehrt!
Jeder der das anders sieht, ist absolut weit von sich selbst entfernt und hat noch ein großes Stück zu gehen, bis ihm sein Geist wieder einfällt.

Schäuble: Die Sozialleistungen der öffentlichen Hand inklusive der gesetzlichen Sozialversicherungen belaufen sich heute auf rund eine Billion Euro im Jahr. Geteilt durch 80 Millionen Einwohner, sind es etwa 12 500 Euro pro Person.
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2010/01/2010-01-25-interview-schaeuble-welt.html