Göttliches Vertrauen in Liebesbeziehungen

In normalen Egobeziehungen ist es so, dass man immer etwas von sich selbst zurückhält.
Man gibt sich nicht ganz dem anderen hin, sondern nur so viel wie nötig ist, um den anderen zu halten. Normale Egobeziehungen sind immer Machtbeziehungen. Darin geht es, wer mehr Macht über den anderen besitzt und derjenige der mehr liebt, hat schon verloren.
Derjenige der weniger liebt, der behält die Kontrolle, über sich, über den anderen, über die Beziehung. Das ist der Garant dafür, dass er nicht wirklich verletzt werden kann.
Durch ein Zurückhalten seinerseits, ist dadurch auch im Falle einer Trennung die Verletzung nie zu groß. Schade ist nur, dass diese Art von Verbindung nie zur wahrhaften Befriedigung führt. Beide Partner bleiben unbefriedigt. Der Partner der stärker ist, also kontrollierter, sowieso, da ihn der andere erst gar nicht dazu gebracht hat ihn wirklich zu lieben und der andere auch, da er merkt, dass der andere nicht so viel für ihn empfindet.
Egobeziehungen sind immer unausgeglichen. Es wird nur gespielt, nicht gelebt.
Man checkt sich ab, weiß, wie man den anderen nehmen kann und baut darauf seine komplette Beziehung auf. Man lebt seine Vorstellungen von Liebe und denkt, dass so eine Liebesbeziehung auch tatsächlich aussieht.
Dieses Verhaltensmuster ist man gewohnt, man kennt es, es ist etwas, was man im Laufe seiner Reinkarnationen in- und auswendig gelernt hat.
Der Stärkere gewinnt.
Bei einer wahren Liebesbeziehung jedoch ist es genau umgekehrt, da ist derjenige der Stärkere, der mehr liebt. Da ist derjenige der Tonangeber, der nichts von sich zurückhält.
In diesen Zustand muss man jedoch erst einmal wieder kommen, da das Ego des Menschen gelernt hat, dass Lieben Schwäche ist und den Verlust des Partners geradezu heraufbeschwört.
In der Egowelt gilt Lieben als Schwäche.
Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass man seine Liebe, gerade bei einem Menschen der einen mehr als berührt, erst recht zurückhält, weil man Angst hat, dass man den anderen dann dadurch in die Flucht schlagen könnte. Dass der andere diese Liebe als Schwäche interpretiert und einen dann als langweilig empfindet, um sich einen stärkeren Partner zu suchen mit dem er seine Egokämpfe weiterhin fortführen kann.
Hat man den anderen ganz, dann wurde er langweilig. Dann hatte man sein Ziel erreicht und zog weiter. 
So hat man es gelernt: Wirklich zu Lieben heißt immer, der andere flüchtet. Die Liebe zurückzuhalten bedeutet, man hat den anderen sicher.
Wenn man jetzt auf jemanden trifft der einen wirklich haben will, also ganz, also so wirklich mit der  kompletten Liebesfähigkeit die man besitzt, weil man wirklich zu ihm gehört, dann ist das ein Dilemma.
Dann bekommt man nämlich den anderen auf diese Art nicht.
Dann sagt derjenige nämlich, nö, das ist mir zu wenig, ich weiß, dass da mehr ist, das will ich.
Vortäuschungen bringen da nicht viel. Also muss dieses Verhaltensmuster aufgelöst werden.
Über die Zeit gibt man dem Raum. Erst wenn man keine Angst mehr hat durch seine Liebe den anderen wieder verlieren zu können, kann man eine wahrhaft göttliche Liebesbeziehung in vollem Vertrauen zueinander wieder führen.