Das US GULAG Gefängnis System – Die Schande der Nation und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit


Von Stephen Lendman; Übersetzung: Klaus Jaeger

Quelle: sjlendman.blog.spot.com
http://sjlendman.blogspot.de/2006/03/us-gulag-prison-system-shame-of-nation.html

[Vorbemerkung des Übersetzers: Was in den USA passiert, könnte auch bald hier geschehen; seien Sie also gewarnt.]

Nein, nicht das, was Sie jetzt denken, so abscheulich es auch ist. Ich beziehe mich auf das US Gefängnis System, das man ohne Übertreibung als genauso schockierend bezeichnen kann wie das im Ausland. Das System qualifiziert sich für diese Bezeichnung allein schon durch seine Größe: es sind mehr als 2.1 Mill
ionen Menschen im Juni 2004 und es wächst wöchentlich um cirka 900 Insassen an. Besonders die Schwarzen , meistens arm und benachteiligt, sind betroffen. Während sie nur 12.3 Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellen sie mehr als die Hälfte der Gefängnisbevölkerung, und ihre Anzahl dort wuchs in den letzten 25 Jahren um das Fünffache an. Arme Hispanics bringen es auf 15 Prozent.
Ungefähr der Hälfte der Eingekerkerten sind dort wegen nicht-gewalttätiger Vergehen und die Hälfte dieser 500.000 Menschen sind dort wegen Drogenvergehen. Aber während die Gesamtanzahl Schwarzer 15 % aller Drogenbenutzer beträgt, beträgt die Gruppe der wegen Drogen verhafteten Schwarzen 37 %; es sind 42 % der Insassen in Bundesgefängnissen schwarz und 62 % in den Einzelstaatsgefängnissen. Human Rights Watch berichtete im Jahre 2000, dass in einem Drittel der Bundesstaaten 75 % aller wegen Drogenvergehen Gefangenen Schwarze seien. In meinem Heimatstaat Illinois berichteten sie die erschreckende Zahl von 89 %, eine Summe, die nur von einem anderen Staat übertroffen wird. Weiterhin gibt es in dieser so genannten „freien Gesellschaft“ unter dem Radar der mainstream Medien Hunderte von politischen Gefangenen; die meisten sind Farbige und nur in Gefangenschaft, weil sie eine Bedrohung für den Staat repräsentieren, indem sie nach Gerechtigkeit und Freiheit für ihre Leute streben.
Heute hat die US amerikanische Schamlosigkeit mehr Menschen hinter Gitter gebracht als jeder andere Staat einschließlich China, das immerhin eine viermal so große Bevölkerungszahl hat wie die USA. Und das System ist besonders repressiv gegen die, die sich am wenigsten gegen diese Repressionen verteidigen können, eingeschlossen die Immigranten und unser neuester Kopf in der Reihe der „Dämonen“ : Muslime. Die Bush-Regierung hat eine schlimme Situation noch schlechter gemacht, indem sie die „Vorteile“ ihres durch Angst hervor gerufenen „permanenten Kriegszustandes“ und des beschämenden „Globalen Krieges gegen den Terrorismus“ ausnutzt; sie hat die zum „Ziel“ erklärt, die sie als potentielle Gefahr für ihren Plan der totalen globalen und heimischen Dominanz betrachtet.
Nimmt man dies alles zusammen, ist dies eine nationale Schande und ein Greuel, aber die Effekte auf die Anvisierten sind angenehm [ für die Bush-Regierung; Anm. d. Ü. ] unter dem Radar; totgeschwiegen und ausgeblendet im mainstream. Wen kümmern schon ein paar Millionen meist Armer, Farbiger (eingeschlossen die Immigranten, viele von ihnen ohne Papiere und rechtlos), die hinter Gittern, außer Sicht der Öffentlichkeit und aus dem Sinn derselben, verschmachten. [ Mich. Anm. d. Ü. ] Wenn irgendetwas dieser Art in der Öffentlichkeit diskutiert wird, dann nur, damit der Wähler weiß, unsere politischen Führer seien „hart gegen das Verbrechen“ und sie arbeiteten um unsere Sicherheit zu gewähren. Sicher vor wem oder was? In den Worten eines großartigen Weltklassejournalisten ist dieses Gerede das, „was hinten aus einem Bullen raus kommt“. Was wirklich vor sich geht, hat wenig mit öffentlicher Sicherheit zu tun, aber viel damit, eine aufsässige Bevölkerung armer und verzweifelter Menschen zu kontrollieren; und mit der Unfähigkeit dieser Bevölkerung zu angemessener Verteidigung in unserem so genannten Gerechtigkeitssystem, das gegen sie errichtet wurde und das eine wachsende Möglichkeit für das Big Business darstellt, von menschlichem Leid zu profitieren. Es ist eine Art moderner Sklaverei – eine wachsende Gefängnis – Industrie, die vom Staat und der Privatindustrie betrieben wird und Menschen als ihr Produkt benutzt. In diesem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und des „freien Marktes“ werden alle Menschen und Dinge zu Handelswaren, die für den Profit ausgebeutet werden.

Der Wachstumsmarkt der Armen und Verzweifelten – die meisten davon Schwarze oder Hispanics – eine willkommene Ressource für den Wachstumsmarkt Gefängnisindustrie
Die Art und Weise, wie dieses Land seine Ärmsten der Armen während seiner Geschichte behandelt hat, ist beschämend. Der britische Historiker Arnold J. Toynbee stellte dies vor 46 Jahren einfühlsam fest, als er sagte: „ Amerika ist heute der Führer einer weltweiten Bewegung gegen erworbene Rechte. Die USA stehen für das Gleiche wie das Römische Reich: Rom unterstützte andauernd die Reichen gegen die Armen…und bis heute sind die Armen immer und überall weitaus zahlreicher als die Reichen – Rom’ s Politik sorgte für Ungleichheit, für Ungerechtigkeit und das kleinstmögliche Glück der Mehrheit.“ Stellen Sie sich vor, was Toynbee heute sagen würde, lebte er noch.
Toynbee sagte es nicht, aber hätte es wohl hinzugefügt: dass niemand in Amerika sich in einer schlimmeren Situation befindet als farbige Menschen: amerikanische Indianer, Hispanos, Asiaten und besonders schwarze Menschen, die ursprünglich hier als Waren hingebracht wurden und dies für über 300 Jahre blieben. Sogar als sie durch den 13. Verfassungszusatz befreit wurden und ihnen das Recht auf Leben, Freiheit und Besitz gewährt wurde, sowie, mit dem 14. Verfassungszusatz, die Gleichheit vor dem Gesetz, erleben sie diese Rechte selten. Während der 100 Jahre der Jim Crow Justiz [Lynchjustiz; Anm. d. Ü. ] , und sogar nach den Siegen der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre, waren und sind die meisten Schwarzen und andere farbige Menschen, einschließlich der Indianer, am Boden der Gesellschaft; es werden ihnen die meisten ihrer Errungenschaften einschließlich der Gleichbehandlung vor dem Gesetz verweigert.
Es gibt heute in den USA sogar in der progressiven Gemeinschaft Leute, die sagen, dieses Land hätte sich weit von seiner rassistischen Vergangenheit entfernt, und, obwohl es immer noch zu viele Ungerechtigkeiten gäbe, hätten wir Fortschritte gemacht. Leben diese Leute eigentlich im gleichen Land oder auf dem gleichen Planeten wie ich?
In den USA machen allein schon die Statistiken über Schwarze im Strafvollzugssystem die Bemerkung, diese Nation wäre nicht mehr rassistisch, zum Hohn. Wenn es um Gerechtigkeit geht, waren wir seit den Tagen legaler Sklaverei niemals rassistischer. Die Zahlen sind für ein Land, das eine Demokratie zu sein behauptet und ein Vorbild für die restliche Welt, wirklich erschreckend. Ich hoffe, die Welt entscheidet sich für ein anderes Gesellschaftsmodell. Es gibt weit bessere als das unsere, und unsere imperialen Abenteuer im Ausland und unsere Politik im Inland gegen die Ärmsten der Armen beweisen es.

Die beschämenden Tatsachen malen das hässliche Bild eines anderen ( eingesperrten) Amerika, das aus den Augen und aus dem Sinn ist
Hier sind einige Schlüsselfakten. Bundesweit sind neunmal mehr Schwarze Männer über 18 Jahren eingekerkert als vergleichbare Weiße; und in 11 Staaten beträgt dieses Verhältnis das 12 bis 26fache. In meinem Heimatstaat Illinois beträgt das Verhältnis das 15fache und in der nationalen Hauptstadt [Washington, D.C. Anm. d. Ü.] ist es das erschreckende 49fache. Die gegenwärtigen Zahlen über die Einkerkerung junger Schwarzer in den USA lauten: 1.815 Gefangene pro 100.000 Einwohner; dagegen sind es bei den Latinos 609 von 100.000; bei den Weißen sind es 235 von 100.000 und bei den Asiaten sind es 99 von 100.000. Bei den erwachsenen männlichen Schwarzen ist es so: 4.630 von 100.000 sitzen ein; bei den Latinos sind es 1.668 und bei den Weißen sind es 482 von 100.000. Im Jahr 1999 waren 11 % der schwarzen Männer in ihren 20er und frühen 30er Jahren im Gefängnis, eingeschlossen einem Drittel der Schwarzen High School Abbrecher. Schlimmer noch: das statistische Rechenmodell, das vom Justizministerium zur Jahrhundertwende benutzt wurde, um die rassischen und ethnischen Unterschiede in der Wahrscheinlichkeit der Einkerkerung dieser Menschen zu ermitteln, sagte 1996 eine 29 % ige Chance vorher, dass ein 16 jähriger männlicher Schwarzer in seinem Leben irgendwann eingekerkert werden würde. Die Wahrscheinlichkeit für einen vergleichbaren Weißen in dieser Altersgruppe beträgt 4 %. Im Jahre 2002 berichtete das Justizpolitik Institut, es gäbe mehr schwarze Männer hinter Gittern als in Colleges oder Universitäten. Es berichtete auch, 30 % der schwarzen Männer zwischen 20 und 30 Jahren wären entweder im Gefängnis, auf Bewährung oder Freigang.
Aus den o. gen. Zahlen wissen wir, dass einer von 20 Schwarzen über 18 Jahren nun in einem Bundes- oder Staatsgefängnis ist; im Gegensatz dazu ist es bei vergleichbaren Weißen nur einer von 180 Männern. Und in einigen Staaten wie Oklahoma, Iowa, Rhode Island, Texas und Wisconsin beträgt die Einkerkerungsrate schwarzer Männer erschreckende 13 – 18 % aller schwarzen Männer in diesen Staaten – ein zerstörerischer Angriff auf die schwarzen Familien und Gemeinschaften dort. Es ist auch wahr, das der beste Prophet der Einkerkerungszahl eines Staates und seiner gesamten Gefängnisbevölkerung die Größe seiner schwarzen Bevölkerung ist.
Nach allem was wir wissen, ist der Zustand dessen, was wir nur das „US Ungerechtigkeitssystem“ nennen können, schockierend und widerwärtig. In den letzten 35 Jahren ist die Gesamtzahl aller Eingekerkerten explodiert: 1970 waren es weniger als 300.000; jetzt ist diese Zahl um das 7fache größer [2.1 Millionen Gefangene; Anm. d. Ü.]. Heute sind die USA nicht nur number 1 bei der Gesamtgefangenenzahl, sondern sie haben auch die höchste Zahl Gefangener pro Hunderttausend Einwohner: 690 Menschen. Nur Russland kann da mit 675 Gefangenen pro 100.000 Menschen knapp mithalten; in Südafrika sind es 400, in England 125, in Frankreich 90, in Schweden 60 und in Italien 40 von 100.000 Staatsbürgern. Glaubt irgendjemand, die US Amerikaner wären 17 Mal krimineller als die Italiener – oder gibt es eine einfachere Erklärung?
Es ist auch wahr, dass die Rasse der wichtigste Grund ist, warum die Bundesstaaten den Verurteilten und Exgefangenen das Wahlrecht verweigern. Je größer der Anteil Schwarzer in einem Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, daß dieser Staat seinen Einwohnern, die Zeit im Gefängnis verbrachten, das Wahlrecht entzieht. Die Gefängnisrekorde dieser Staaten bedeuten den Verlust grundlegendster demokratischer Rechte für den Bürger. Die Gesetze variieren von Staat zu Staat ein wenig, aber das Sentencing Project schätzt, dass 4.7 Millionen Amerikaner – oder Einer von 43 Erwachsenen – zeitweise oder auf Dauer ihr Wahlrecht entzogen bekommen haben, weil sie wegen einer Straftat verurteilt wurden. Und 1.4 Millionen schwarze Männern – oder 13 % aller schwarzen Männer - wurde das Wahlrecht entzogen, eine Zahl, die das 7fache des nationalen Durchschnittes ist.
Noch schockierender ist: der gleiche Bericht schätzt, wenn der gegenwärtige Anstieg der Einkerkerung anhält, dass 30 % der nächsten Generation schwarzer Männer das Wahlrecht zu irgendeiner Zeit ihres Lebens auf Zeit entzogen wird. Und in Staaten, die Exgefangenen das Wahlrecht entziehen, verlieren 40 % der schwarzen Männer ihr Wahlrecht permanent.
Lassen Sie uns das ganz klar sehen. Basierend auf dem Fünften Verfassungszusatz kann und sollte man argumentieren, dass alle Staats- gesetze zur Entziehung des Wahlrechtes nicht der Verfassung entsprechen.
Abschnitt 1 dieses Verfassungszusatzes sagt: „Das Recht der Bürger der Vereinigten Staaten zu wählen, soll nicht verweigert oder aberkannt werden durch die Vereinigten Staaten oder irgendeiner ihrer Staaten wegen der Rasse, der Hautfarbe oder vorangegangenen Verhaltens.“ Es obliegt einem zukünftigem Kongress und/oder den Gerichten, dieses Problem zu lösen und zu entscheiden, ob wir eine Demokratie für alle Bürger sind oder nur für diejenigen, von denen wir sagen, dass sie zu den Kriterien passen, die wir ausgewählt haben. Und dieses Problem berührt nicht einmal die grundlegendere Frage, ob unser Wahlrecht überhaupt irgendeine Bedeutung hat. Die Öffentlichkeit hat im Grunde genommen keine Wahl zwischen den Kandidaten der beiden Hauptparteien [das sind die „Demokraten“ und „Republikaner“; Anm. d. Ü.]; und wenn wir unsere Stimme abgeben, können die neuen elektronischen Wahlmaschinen leicht programmiert oder manipuliert werden, um unsere Wahl zu ignorieren und unsere Stimmen für andere Kandidaten zu zählen - und das können sie auch mehrfach tun. Deshalb wählen die Hälfte der Wahlberechtigten nicht. Denn sie glauben nicht, dass das System ein freies und faires ist – also, warum sich darum kümmern? Aber dieser Gedankengang bedarf einer weiteren grundlegenden und wichtigen Erörterung und Analyse.

Die riesigen und wachsenden Ausgaben dafür, Menschen in Käfige einzusperren
Seit den 1970er Jahren ist der Gefängnisindustriekomplex hinsichtlich seiner Größe explodiert und wächst exponentiell. Zur Zeit übertrifft er die Summe von $ 40 Milliarden jährlich und der Betrag wächst. Durchschnittliche Staaten geben nun 60 Cent für Gefängnisse aus, dem steht ein Dollar für höhere Bildung gegenüber; 1980 war das Verhältnis 28 Cent zu einem Dollar. Und einige Staaten sind so begierig darauf, Menschen einzusperren, dass ihre jährlichen Ausgaben für Gefängnisse die für Bildung übersteigen. Auch hat die Gesamtsumme der Gefängnisausgaben nun die Ausgaben für Erziehung und Bildung der letzten 25 Jahre übertroffen. Es ist schockierend, dass die jährlichen Kosten pro Gefangenem heute fast gleich denen für ein Jahr Harvard Ausbildung sind. Und was verschaffen uns all diese Ausgaben? Nicht ein verdammtes Ding, abgesehen von einer Nation, die immer repressiver wird, immer rassistischer und wahrscheinlich jedermann ins Visier nimmt, sollten ihnen jemals die gegenwärtigen Bösewicht-Favoriten ausgehen. Seit 9/11 haben sie bereits eine neue Vene angezapft: 1.5 Millionen Muslime. Und wenn sie sich auf Hindus werfen, Buddhisten oder andere aus dem vielfältigen Spektrum ausserhalb des mainstreams, können sie diese Zahl leicht verdreifachen. Jetzt wäre das ein „Schlag“, der zu „reich“ wäre, um ignoriert zu werden. Denken sie an all die neuen Gefängnisse, die benötigt werden, um eine große Menge dieser Menschen einzusperren, sie von der Straße zu holen und damit einer neuen Wachstumsindustrie zu Wachstum und Gewinn zu verhelfen.
Entgegen dem „Recht und Ordnung“ Unsinn unserer Politiker gibt es keinen Beweis für steigende Kriminalität, einschließlich Gewaltverbrechen. Seit 1980 sind die Zahlen der nationalen Verbrechensrate mal leicht herauf gegangen, dann wieder herunter – ohne signifikante Veränderung. Aber die Anzahl der Einkerkerungen ist raketengleich angestiegen, - eine Kriminalitätswelle reflektierend, die es so gar nicht gibt. In den 1990er Jahren ist Dank einer guten Ökonomie die Kriminalitätsrate tatsächlich gefallen – aber die Einkerkerungen sind trotzdem dramatisch angestiegen. Stinkt das nicht? Für mich sicherlich. Und meine eigene Ansicht, die von vielen geteilt wird, ist, dass dies alles Teil einer unheilvollen Anstrengung ist, die Opposition mittels zweier Dinge zu kontrollieren: durch ein vom Staat hervor gerufenes Klima der Angst und einer Hardliner - Nationalen Sicherheits – Polizeistaatstaktik, die eine aufsässige Bevölkerung in Reih und Glied halten soll. Die Aufsässigsten sind wahrscheinlich die, die am meisten unter Unterdrückung leiden; die, die seit den letzten 25 Jahren ausgeschlossen wurden, als die Einkommenskluft zwischen arm und reich exponentiell erweitert wurde - und die fortgesetzt erweitert wird. Im gleichen Zeitraum wurde und wird das soziale Sicherheitsnetz zerschreddert, was die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Armen inakzeptabel macht und ebenso die kleinen und mittleren Einkommen und Familien trifft. Klare Sache: diejenigen, die am meisten davon betroffen sind, sind die farbigen Menschen und das sind hauptsächlich die schwarzen Menschen. Aber die Hispanics holen in diesem Wettrennen zum Bodensatz der Gesellschaft auf, weil dieses Segment unserer Bevölkerung (einschl. nicht erfasster Einwanderer) am schnellsten, zusammen mit dem aus Asien, wächst.

Der so genannte „Krieg gegen die Drogen“ – ein Betrug und eine nationale Schande
Wir sollten jetzt vorsichtig sein. Wenn unsere politischen Führer uns einen richtigen Schrecken über irgendetwas einjagen wollen, egal ob real oder eingebildet (und Sie können drauf wetten, das es eingebildet ist), erklären sie dieser Sache den Krieg. Das macht, das die Säfte fließen und die Flaggen wehen. Wir haben den „kalten Krieg“ erlebt und nun, da das „teuflische Empire“ [gemeint ist die Sowjetunion; Anm. d. Ü.] vergangen ist, suchen sie verzweifelt und finden neue eingebildete Feinde; wir haben jetzt einen „Krieg gegen den Terrorismus“ und einen „Krieg gegen die Drogen“. Wir haben auch einen unerwähnten, totgeschwiegenen „Krieg gegen die Umwelt“, wie das Schmelzen der polaren und der Grönlandeiskappen beweist. Vielleicht erklären sie eines Tages die Kopfschuppen zum öffentlichen Feind Nummer 1 und erklären ihnen den Krieg. Kann schon sein. Es würde soviel Sinn machen wie all die anderen Kriege, ausgenommen dem einen wirklichen Krieg, den sie nie erwähnen und der von der globalen Erwärmung verursacht wird.
Und – oh ja, es gibt einen weiteren unerwähnten Krieg, und das ist der wichtigste und gefährlichste von allen – es ist der bestehende und anwachsende Krieg gegen die Verfassung und unsere ehrwürdige Bill of Rights. Sie werden uns vor unseren Augen weggenommen, und in unser Blindheit wegen des mentalen Nebels in unseren Gehirnen sehen wir nicht einmal was geschieht. Die meisten von uns kennen das Benjamin Franklin Zitat über die, die ihre Freiheit für ihre Sicherheit zu opfern bereit sind und am Ende beides verlieren. Er sagte auch, „Misstrauen und Vorsicht sind die Eltern der Sicherheit“; es wird von ihm berichtet, bei der Unterschrift unter die Erklärung der Unabhängigkeit [Declaration of Independence ] gesagt zu haben: „Wir müssen alle zusammen halten, sonst wird man uns sicherlich einzeln aufknüpfen“. Franklins Zeitgenosse, der große deutsche Philosoph und Autor Johann Wolfgang von Goethe sagte weise: „Niemand ist hoffnungsloser versklavt, als die, die fälschlicherweise glauben, sie seien frei.“ Franklin, Goethe und viele andere werden nicht umsonst als Ikonen und wichtige historische Figuren betrachtet. Und wenn wir uns die Mühe machen, sie zu lesen, haben wir den Genuß ihrer großen Weisheit. Sie haben uns damit gewarnt und wir sollten verdammt noch mal besser zuhören und auf ihre Weisheit achten. Wenn nicht, werden wir eines Tages aufwachen und unsere kostbare Freiheit wird Vergangenheit sein; wir werden schließlich verstehen, was Franklin und Goethe meinten - aber es wird zu spät sein.
Ausgenommen der beiden totgeschwiegenen wirklichen Kriege, sind die anderen surreale Kriege. Sie wurden ausgeheckt und erfunden von irrenden und vom rechten Wege abgekommenen Politikern, für ihre eigenen Interessen: um wieder gewählt zu werden oder um einen Grund zu haben, die Ausgaben für Verteidigung oder Innere Sicherheit zu erhöhen. Sie wurden auch erfunden, um ihre Unternehmerfreunde zu bevorteilen und von ihnen zu profitieren. Je mehr sie uns ängstigen können, desto größer ist die Summe der Steuergelder, die sie von den Ausgaben für vitale soziale Interessen wegnehmen, um sie in die Taschen ihrer Unternehmerfreunde zu befördern und um Kriege für ihre imperialen Interessen zu führen. Und desto repressivere Gesetze können sie verabschieden, um unsere Bürgerrechte zu zerstören, und, wie oben besprochen wurde, die Menschen in Käfige zu sperren, die am bedürftigsten sind und sich wahrscheinlich gegen diese Repressionen auflehnen werden.
Die gegenwärtig so geläufige Phrase vom „Krieg gegen Drogen“ wurde während der unterstellten crack Epidemie in den 1980er Jahren benutzt; aber es war Richard Nixon, der als erster vor über 30 Jahren einen „Krieg gegen die Drogen“ erklärte. Aber die Idee, einige Drogen als illegal zu erklären, kommt von viel fernerer Vergangenheit her; sie kommt aus den 1930er Jahren (und früheren Jahrzehnten) als die Prohibition endete und Alkohol produzierende Firmen entschieden hatten, die Bedrohung [ ihrer Geschäfte; Anm. d. Ü.] durch eine alternative Droge zu vernichten. Sie mögen vielleicht denken, wir hätten etwas aus 13 Jahren der Gewalt und der Korruption während der Prohibition gelernt, die aus gesetzestreuen Bürgern, die einfach nur ein kaltes Bier wollten, Kriminelle machte und die auch eine neue Einkommensquelle für das organisierte Verbrechen schuf.
Aber all das war nur Hühnerfutter verglichen mit den von der UNO geschätzten 400 – 500 Milliarden Dollar jährlich, die mit Drogengeschäften verdient werden. Das ist das Doppelte des Gesamtumsatzes der legal verschriebenen Rezepte der Großpharmaindustrie, wie diese 2005 berichtete. Die, die gewaltig von dem illegalen Drogengeschäft profitieren, sind mehr als die Kleindealer und das organisierte Verbrechen. Dieser Markt ist so gewaltig, dass jeder dort mittun will. Für viele Banken, einschl. der großen internationalen Geldinstitute, ist die „Geldwäsche“ eines ihrer profitabelsten Geschäfte. Es ist wohlbekannt, dass die CIA während der Hälfte ihrer 50 jährigen Geschichte in Drogengeschäfte (indirekt oder direkt) verwickelt war und ist, und dann begann, davon zu profitieren, um ihre Operationen während der Contra Kriege in den 1980er Jahren zu finanzieren. Heute ist die CIA Teil des Drogenhandels in Orten wie Afghanistan, wo sie mit Großkriminellen und Syndikaten in dem gigantischen Geschäft, Heroin zu handeln, zusammenarbeitet. Der Gewinn aus diesem Geschäft alleine ist so gigantisch, dass man sich schwer vorstellen kann, dass sie es jemals aufgeben, oder es nicht mehr wollen würden, an anderen Drogen-Großgeschäften in der Welt beteiligt zu sein.
Wer soll sie schon stoppen oder bestrafen? Und welches kriminelle Unternehmen würde sie nicht als Partner wollen- einen Partner der ihnen leichten Zugang zu den USA und andern Märkten garantiert? Denn das ist eine Verbindung, die keine der beiden Parteien jemals auflösen wird.
Im gegenwärtigen Zeitalter der (ausgeheckten) Angst haben wir zwei neue Supergeheimdienste, die eingerichtet wurden, um vollständigen Vorteil aus der totalen Überwachung [der Bürger; Anm. d. Ü.] zu ziehen, die die Bush-Regierung angeblich wegen dem ungerechtfertigten „Kriegszustand“ und mittels ihrer daraus abgeleiteten „Kriegszeit-Macht“ eingerichtet hat; und diese Supergeheimdienste ziehen absoluten Vorteil aus dem, was mittels künstlich hervorgerufener Angst ausgeheckt wurde: der „Krieg gegen den Terrorismus“, der über „Generationen“ dauern soll; es sind dies die Geheimdienste: „The Office of Homeland Security“ und das „Office of the Director of National Intelligence“. [Anm. d. Ü.: etwa: „Ministerium für Heimatschutz“ und „Geheimdienstkoordinator“ – das neu Super-Ministerium, wo alle Geheimdienste Rapport zu erstatten haben und alle Informationen zusammenfließen. Gibt es auch in Deutschland, den Geheimdienstkoordinator; und wir haben sogar auch ein Ein-Mann-Heimatschutzministerium: Herrn Schäuble; ließe man ihn mit seinen Plänen gewähren, könnte man die deutsche Demokratie nicht mehr von einem totalitären Staat unterscheiden. Moment – wo ist der Unterschied eigentlich heute? In der Bundesrepublik Deutschland wird so gut wie jedes Menschenrecht verletzt – können wir so einen Staat, in dem das geschieht, etwa demokratisch und freiheitlich nennen? Wenn nicht, dann ist es Zeit, dass die herrschende Klasse an ihre gesetzlichen Pflichten und an die sich daraus ableitenden Handlungsprioritäten erinnert wird, und, falls sie nicht umgehend Abhilfe schafft, durch menschenfreundlichere und gesetzestreuere Bürger ersetzt wird.]
Ich wette drum: die sind auch in das äußerst profitable Drogengeschäft verwickelt. Wie könnten sie dem auch widerstehen.
[Denn was könnten sie der Verlockung gigantischen Profites schon entgegensetzen? Ihre Menschenrechts-Ethik? Ihre Liebe zum Leben? Ihr Mitgefühl? Oder haben sie der Verlockung gigantischen Profites in einer Gesellschaft, in der das Ethos des (in Zahlen messbaren) Erfolges regiert, deshalb nichts entgegen zu setzen, weil eben zählt „was hinten rauskommt“, wie Exkanzler Kohl mal aufschlussreich bemerkte? Anm. d. Ü.]
Beide Geheimdienste benötigen jeden Cent, den sie auftreiben können, um uns alle jederzeit und überall überwachen zu können – und das tun sie bereits. Es ist eine unabweisbare Tatsache: alle diese Geheimdienste stehen über dem Gesetz und können tun was immer sie wollen – legal und illegal spionieren, Drogen transportieren, Gefangene foltern und jedermann ermorden, den sie wollen – inklusive Staatsoberhäuptern.
Aber der Zweck dieses Essays ist, darauf zu fokussieren, wie der „Krieg gegen die Drogen“ zu einem wachsenden Gefängnisindustriekomplex führte, der das Leben von Millionen Menschen, die zu den Benachteiligsten der Gesellschaft gehören, in widriger Weise beeinflusst; zu den am schlimmsten Betroffenen gehören Farbige. Genau wie während der Prohibition werden ansonsten gesetzestreue Menschen zu Kriminellen gemacht und für lange Zeit eingesperrt. Die repressiven „mandatory minimum“ Strafen sind besonders hart und widerwärtig. Angeblich führte man sie ein, um „Fädenzieher“ und Großdealer abzuschrecken, aber dies stellt sich jetzt anders heraus und war wahrscheinlich niemals anders beabsichtigt. Die US Sentencing Commission berichtet, nur 5.5. % aller im Bundesstaat wegen Crack / Cocain Angeklagten und nur 11 % aller wegen Drogen Angeklagter seien „high level“ Dealer [Großkriminelle]. Der Rest seien „low level“ Handlanger und die, die man wegen „Besitzes“ erwischte. In den meisten Fällen stammen sie aus den benachteiligten und armen Bevölkerungsteilen, und die meisten sind Schwarze. Diese „angenehmen Ziele“ sind eine zur Verfügung stehende Masse von Körpern, die – als Teil des Plans - Gefängniszellen füllen und gleichzeitig eine neue Wachstumsindustrie erschaffen.

Einige schnelle Fakten über Cocaine und sein Derivat „Crack“ und wie sein Gebrauch die Schwarzen trifft
Die Kultivierung der Coca Pflanze ist seit 4.000 Jahren ein Eckstein der Kultur der Andenregionen; der Konsum der Pflanze ist bereits schon vor der Inkazeit Teil der Kultur. Für Millionen Menschen ist das Nutzen der Pflanze ein Teil ihres Alltags, so wie es für uns Kaffee, Tee, ein Glas Wein oder ein kaltes Bier ist. Neben dem Cocatee Trinken wurden und werden die Pflanzenblätter in diesen Gesellschaften auch gekaut, um Hunger zu stillen, den Appetit zu unterdrücken und die Höhenkrankheit zu verhindern. Die US Botschaft in Peru empfiehlt dies sogar gegen letztgenanntes.
Der Gebrauch von Kokain begann in den USA nicht erst in den 1960er Jahren. Es wird seit ungefähr 150 Jahren immer wieder in Limonaden , Zigaretten, Nasensprays usw. benutzt. Der Gebrauch von Kokain war völlig legal, bis die Bundesregierung es 1914 als „Narkotikum“ einstufte (was es nicht ist). Danach konnte es nur legal auf Rezept erworben werden oder illegal bei einem Straßenhändler.
Kokain ist ein Puder, das in „gekochter“ Form Crack genannt wird. Das Gesetz behandelt aber beide sehr unterschiedlich. Die rassistischen „mandatory minimum“ Strafgesetze, die 1986 vom Kongerss verabschiedet wurden, bestrafen Crack Benutzer sehr hart. Angeklagte, die 5 Gramm Crack verkauft haben, werden genauso bestraft wie Angeklagte, die 500 Gramm Kokain verkauft haben: beide erhalten 5 Jahre Gefängnisstrafe. Für den Besitz von 5 Kilogramm Kokain und, andererseits, für 50 Gramm Crack, gibt’s auch eine 10 jährige Haftstrafe. Das ist ein 100 : 1 Verhältnis. Warum? Warten Sie’ s ab, es kommt noch mehr….
Wird man das erste Mal mit irgendeiner Menge Kokainpulver erwischt, kann man mit einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Bei Crack reicht der Besitz aus, eine Strafe von 5 Jahren Haft zu verhängen. Jetzt zum Warum. Der Anteil der Schwarzen an den wegen Crack Verurteilten beträgt 84 %; der Anteil der hispanics 9 % und der der Weißen 6 %. Für Kokain beträgt der Anteil der Hispanics 50 %, der Anteil der Schwarzen 30 % und der der Weißen 18 %. Jetzt wissen Sie’ s. Das bundeseinheitliche Crack Gesetz war Teil der „Reagan Revolution“ und seinem rassistischen Krieg gegen die Armen, die hauptsächlich die Schwarzen sind. Dieses gsetz war auch beabsichtigt als verteidigung gegen die Benachteiligten, als die „Reagan Revolution“ begann, das soziale Sicherheitsnetz zu demontieren und den Reichtum zu den Reichen und Wohletablierten zu transferieren. Dieser Vermögenstransfer geschieht seit 25 Jahren und dauert an, ohne das ein ende in sicht wäre. Der „Krieg gegen die Drogen“ und seine harten Gesetze, die hauptsächlich auf Schwarze zielen, waren beabsichtigt, den unvermeidlichen Druck, der auf der armen und schwarzen Community lastete, zu entschärfen – damit er nicht wie in den 1960er Jahren wieder in den Straßen explodierte. 2.1 (und mehr) Millionen in Käfigen weg gesperrte Menschen – das ist es, wie unsere Politiker das riesige Problem sozialer Ungleichheit behandeln, das ohne Not so erst geschaffen wurde. Es ist ihre Lösung – und es ist eine nationale Schande und Widerwärtigkeit.

Folter in US Gefängnissen - gibt es nicht nur in Guantanamo und Abhu Ghraib, sondern direkt in den USA selbst
Überrascht? Die Wenigen, die darüber vielleicht nachdenken, und von denen sind es viele, die glauben, alle die Eingesperrten verdienten die harte Behandlung, die sie bekommen. Sind die nicht im Gefängnis, weil sie bestraft werden sollen wegen ihrer Verbrechen? Haben die etwa einen „Sonntagsspaziergang“ erwartet? Strafe ist, was sie bekommen, weil Gefängnisse nun mal überall brutale Orte sind, und die dort Einsitzenden haben eben keine Rechte. Lassen Sie uns völlig im Klaren sein über die Art und Weise, wie es in allen US Gefängnissen im In- und Ausland ist – und in denen der meisten anderen länder auch: Nein, es passiert nicht nur in Guantanamo, Abu Ghraib und Bagram, in der Nähe von Kandahar, Afghanistan; und nein, es geht nicht nur um ein paar „rauhe Elemente“ oder „Faule Äpfel“. Was vor sich geht ist Politik, und sie kommt direkt von der Spitze, von dort sanktioniert und abgesegnet. Und lassen Sie uns völlig im Klaren über noch eine Sache sein: Die wirklichen Kriminellen sitzen in den Führungsetagen von Unternehmen und in Capital Hill Büros, während ihre Opfer in Käfigen weggesperrt und einem unaussprechlichen Missbrauch und brutaler Folter ausgeliefert sind, ohne jede Chance dies zu stoppen oder Erleichterung zu erhalten.
Gefängnisse sind, mit wenigen Ausnahmen, nicht für die Rehabilitation gemacht. Sie sind Einrichtungen der Gesellschaft, bei denen es um Rache und Bestrafung geht. Sie sind die widerwärtigsten Höllenlöcher überall in der Welt. Dort werden von den USA einige der schlimmsten physischen und psychischen Foltern angewendet, die sich der menschliche Geist ausdenken kann, um Informationen aus überstellten Gefangenen heraus zu extrahieren. Aber dieser Essay ist über die Zustände innerhalb der Grenzen der USA, und was Sie unten lesen werden, liest sich wie Berichte aus Guantanamo und Abu Ghraib. Bereiten sie sich auf Haarsträubendes vor.
Alles, was wir vor ein paar monaten im Fernsehen an Foltermethoden in Abu Ghraib gesehen haben (und was immer noch in guantanamo geschehen soll) geschieht auch in unserem Staat und unserem Gefängnissystemdirekt hier zu Hause – und es geschieht mehr, als wir sehen oder hören können. Dies sind Lehren und Techniken, die zuerst in US Foltergefängnissen entwickelt und benutzt wurden, um dann exportiert zu werden in die Foltergefängnisse überall auf der Welt. So ist es in allen unseen Gefängnissen; in der Sprache von Gertrude Stein, die sich früher auf Rosen bezog: „ein Gefängnis ist ein Gefängnis ist ein Gefängnis“. Der Hauptunterschied zwischen San Quentin und Abu Ghraib ist ihr Ort. Was in den beiden – und allen anderen – vorgeht, ist: wilde Prügeleien von Wärtern auf Gefangene; Angriffe von scharfen Hunden, die Bißwunden verursachen; Auspeitschungen mit Viehpeitschen; Folter durch mehrfach an der gleichen Person verwendete 50.000 Volt Elektroschocker, die beim Opfer stundenlange Krampfanfälle hervorrufen, oder den Tod herbei führen nachdem sie geschlagen wurden, was oft geschieht; Anschläge mittels giftiger Chemikalien wie Pfeffer Spray, das stark genug ist, ernsthafte Verletzungen zu verursachen; Verbrennungen zweiten Grades, zeitweise Blindheit und sogar den Tod bei den Opfern; und all das passiert, während Gefangene nackt von Wärtern oder Gefangenen vergewaltigt werden – dies und mehr.
Eine mutige Frauenaktivistin, die für mehrere Monate wegen ihrer Aktionen eingesperrt war, berichtete mir von dem Fall einer Frau, die sie so gesehen hatte: in ihrer Zelle nackt und gefesselt wie ein fliegender Adler an die Gitterstäbe der Zelle gebunden - und das über viele Stunden. Diese Erfahrung zerstörte sie und tötete sie fast. Sie war eine weitere Aktivistin, die für ihr mutiges Handeln bestraft wurde. Kaum zu glauben? Besser, Sie glauben es, denn es geht hier routinemäßig jeden Tag so weiter, überall im Land – Untaten zügelloser Barbarei und Sadismus’ , die Menschen töten können und das auch tun, und wo nicht, da hinterlassen sie die Opfer oft als emotionale und körperliche Krüppel. Wann immer Sie Berichte über Selbstmorde im Gefängnis hören, denken sie besser noch mal drüber nach. Denn es ist sehr wahrscheinlich, das die „Selbstmörder“ von Gefängniswärtern ermordet wurden und man dies als Suizid vertuscht. Vielleicht kommt der Tod von wiederholten Elektroschocks, oder davon, so schwer geschlagen worden zu sein, dass jede Rippe im Körper gebrochen ist; oder es stirbt ein Mensch, weil er einfach aufgegeben hat angesichts der andauernden brutalen Misshandlungen, mit keiner anderen Zukunftsaussicht, als mehr davon zu bekommen. Wie viele können das schon aushalten? Niemand in einer zivilisierten Gesellschaft sollte so etwas erleiden. Und kein zivilisierter Mensch sollte glauben, irgendjemand hätte so etwas verdient.

Wie das internationale Recht Folter behandelt
Das Internationale Recht ist ausdrücklich und verbietet seit langer Zeit jegliche form von Folter und Unmenschlichkeit oder entwürdigende Behandlung unter allen Umständen. Die Universelle Erklärung der Menschenrechte erklärte dies genannte Verhalten 1948 für ungesetzlich. Die Vierte Genfer Konvention tat es ihr 1949 nach; sie verbot jede Form „physischen oder mentalen“ Zwangs und stellte fest, Gefangene müssten zu jeder Zeit menschlich behandelt werden. Die Europäische Konvention folgte im Jahre 1950. Dann, 1984, wurde die UN Konvention gegen Folter das erste bindende internationale Rechtsinstrument, das auschliesslich Folter in jeder Form und aus jedem Grund verbannte. Und lassen Sie uns ganz klar machen, was mit Folter und unmenschlicher Behandlung gemeint ist: es schließt das Schlagen eines Gefangenen auf den Mund ein oder Tritte in den Bauch oder in den Hintern.
Ausgenommen die „Universelle Erklärung der Menschenrechte“ , sind die anderen internationalen Gesetze bindendes Gesetz und die USA sind ein Unterzeichnerstaat der Vierten Genfer Konvention und der UN Konvention. Wartens Sie’ s ab, es kommt noch mehr. Der US „War Crimes Act“ [Kriegsverbrechengesetz] von 1996 macht es für US Militär Personal und US Regierungsvertreter zu einer Straftat, Kriegsverbrechen zu begehen, einschliesslich grausamer Behandlung und der Folter Gefangener, wie sie in der Vierten Genfer Konvention erwähnt ist. Im Grunde genommen tritt jede Menschenrechtsorganisation gegen jede Form von Folter aus jedem erdenklichen Grund überall auf der Welt auf den Plan.

Kurzer Exkurs: Folter im Ausland
Ich muss einige wichtige Informationen über eine Form der Folter einfügen, die vielleicht zur Zeit noch nur im Ausland stattfindet. Obwohl die USA ein Unterzeichnerstaat der Genfer Konvention und der UN Konvention gegen Folter ist, werden diese Konventionen routinemäßig in US Gefängnissen im In- und Ausland ignoriert und verletzt. Die Anwendung von psychologischer Folter durch den CIA wurde in der UN Konvention ausgenommen.
In Professor Alfred McCoy’ s neuem Buch: „Eine Frage der Folter: CIA Untersuchungen vom „Kalten Krieg“ bis zum „Krieg gegen den Terror“ enthüllt er die geheimen Anstrengungen der CIA, neue Formen der Folter in diesem Zeitraum zu entwickeln. Er erklärt, wie die CIA intensive Forschungsarbeiten dirigierte, um den Code des menschlichen Bewußtseins zu knacken und durch viel „Versuch und Irrtum“ zu neuen Foltermethoden kam, die auf psychologische Weise Menschen zerstören – von sensorischer Deprivation [stunden- oder tagelanges Eingesperrtsein in einem schall – und lichtlosen Raum] bis zu den schlimmen Schmerzen, die erzwungenes Stehen über 24 – 48 Stunden verursacht.
Die CIA Experimente werden nun in Guantanamo und anderen Übersee Höllenloch-Folter-Gefängnissen fortgesetzt. Aber zwei neue Techniken wurden hinzu gefügt: kulturelle Empfindlichkeiten und individuelle Ängste sowie Phobien. Diese Angriffe auf die menschliche Psyche werden nun gegen Gefangene in Übersee Gefängnissen geführt, und die betroffenen Häftlinge ( von denen die meisten zufällig heraus gepickt werden und gegen die keine Anklage vorliegt) werden als menschliche „Laborratten“ missbraucht; dies geschieht in schauerlichen, gemeinen und völlig illegalen und unmoralischen Experimenten, um effektivste psychologische Techniken zu erfinden, Menschen zu zerbrechen – Menschen so völlig zu zerbrechen, dass es nahezu unmöglich ist, sich davon zu erholen. Ich konnte keine Informationen darüber finden, ob diese Experimente jetzt in US Inland Gefängnissen stattfinden. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht stattfinden. Vielleicht geschieht es hier und wir wissen es nicht. Aber der zentrale Punkt hier ist der: Wenn die Anwendung von Folter in jeglicher Form zur Gewohnheit wird, ist es unvermeidlich, dass sie sich überall ausbreitet. Und lassen Sie darüber keine Missverständnisse aufkommen: Der Detainee Treatment Act [ungefähr: Häftlings Behandlungs Gesetz; Anm. d. Ü.] von 2005 , und der so genannte McCain Anti-Torture Amendment [ McCain Anti-Folter Verfassungszusatz] sind so voller Ausnahmen und Schwammigkeiten und Löcher, dass sie wertlos sind und nichts dazu tun werden, um die oben beschriebenen Foltern zu beenden.

Die Todesstrafe – Das „dunkle Herz“ unseres Ungerechtigkeitssystems
Das Leben im Gefängnis ist eine real existierende Hölle für alle da drin, wie auch alle die Opfer wissen, die jemals dort waren oder die von uns, die darüber Detailliertes gelesen haben, wie ich das tat. Dort zu sein bedeutet, sich wie in einem der fünf Höllenkreise Dantes’ zu befinden, wo die sind, die zu ewiger Strafe verdammt wurden.
Alle Gefängnisse sind Höllenlöcher. Für die Gefangenen ohne jede Hoffnung auf Befreiung ist der zweittiefste Höllenkreis Dantes’ jedes der so genannten „supermax“ Gefängnisse. Sie dienen angeblich dem Zweck, die gefährlichsten, unverbesserlichen Gewalttäter zu beherbergen; aber viele Menschen, die dort hin überstellt wurden, sind überhaupt nicht derartig, sondern politische Gefangene, die man diesem Schicksal auslieferte, weil der Staat wünscht, sie zu isolieren und lebendig zu begraben. Die Anzahl der Häftlinge dort beträgt nur einen kleinen, aber anwachsenden Anteil an der gesamten Gefängnisbevölkerung; und die, die dort drin sind, verbringen ihre Tage und Nächte eingeschlossen in kleinen, oft fensterlose Zellen – für viele, viele Jahre. Sie sind dort aller mentalen Stimulation beraubt – als da sind menschliche Kontakte, Erholung oder Bildung; sie sind fast immer an Händen und Füssen gefesselt und werden beim Verlassen ihrer Zellen ständig von Bewaffneten eskortiert. Gefangene, die diese Folter erlitten, kamen heraus und sprachen öffentlich darüber; sie verglichen es damit, in einem Grab zu leben. Die vom Staat hervor gerufenen Leiden, denen sie ausgesetzt waren, führen oft zu langwierigen, ernsthaften mentalen Problemen einschließlich Geisteskrankheiten. Versuchen Sie mal, sich selbst nur 24 Stunden in Ihrem Badezimmer mit ein wenig Essen und Wasser einzusperren, falls Sie so lange durchhalten; was Sie dann empfinden, nehmen Sie mit 20 Jahren mal.
Die staatseigenen und föderal finanzierten Mordfabriken, bekannt als „death rows“ sind ohne Zweifel der tiefste und schlimmste Höllenkreis. Dante hätte seine Worte vielleicht für die armen Seelen geschrieben, die in diese barbarischen Todesfabriken geschickt wurden: „Lasst alle Hoffnung fahren – Alle, die ihr hier eintretet.“ Sie sehen nur anders aus als Auschwitz. Die, die eintreten, kommen niemals wieder heraus (ausgenommen die Glücklichen, die von einem DNA Test entlastet werden). Im April 2005 waren 3452 Menschen in den „death rows“ in den 37 Staaten mit der Todesstrafe; 36 waren in Bundesgefängnissen und 7 in US Militärgefängnissen. Die riesige Mehrheit von ihnen ist arm oder sozial benachteiligt; nach Rassen aufgeschlüsselt gibt es 45 % Weiße, 41.7 % Schwarze, 10.4 % Hispanics, 1.2 % Asiaten, 1.2 % amerikanische Indianer und 0.5 Unbekannte. Fast alle von ihnen, nämlich 98.5 %, sind männlich.
Die meisten zivilisierten Länder haben keine Todesstrafe; im globalen Norden gibt es sie nur in den USA und Japan. Japan ist äußerst wählerisch darin, wen es exekutiert; unähnlich den USA mit ihrer Ansammlung von Tötungsoperationen wie am Fließband. Die Japaner haben im letzten dutzend Jahre cirka 50 Insassen exekutiert und ungefähr die gleiche Menge erwartet jetzt ihre Hinrichtung. Viele Gegner der Todesstrafe nennen diese „finale Lösung“: Akte institutionalisierter, staatlich finanzierter, ritueller Foltermorde. Sie sagen „Folter“, weil die Gefangenen oft so verhasst sind, dass ihre Henker ihnen „zufällig“ während des Tötungsvorganges unnötige Schmerzen zufügen. Während dies allein schon inhuman und barbarisch genug ist, ist der Gefangene auch noch oft unschuldig , oft weiß der Staat es und bringt sie trotzdem um. Meistens sind dies farbige Menschen, davon wiederum sind die Meisten Schwarze, arm und unfähig, sich eine ordentliche Verteidigung zu leisten. Sie werden Opfer eines Justizsystems , das nicht auf Gerechtigkeit basiert sondern auf Rache und dem Glauben der gewählten Politiker, „hart gegen Kriminelle“ zu sein, brächte viele Wählerstimmen.
Der Fall des Stan „Tookie“ Williams steht so gut wie jeder andere Fall für diese Barbarei und die schreiende Ungerechtigkeit. Stan war als Teenager im Jahre 1969 ein Mitbegründer der street gang Crips in South Central, Los Angeles. Er wurde verurteilt und zum Tode verurteilt für mehrere Morde, die, wie er sagt, er nicht begangen habe (S. L. : Ich glaube ihm); aber er bekam nie eine vernünftige Verteidigung, um das zu beweisen. Sogar als später Beweise bekannt wurden, die ihn möglicherweise entlastet hätten, bekam er keine Chance seine Unschuld zu beweisen.
Über ein Dutzend Jahre vor seiner Exekution in Kalifornien veränderte Stan sein Leben; er wurde ein Anti-Gang Aktivist während er im Todestrakt saß und widerrief seine frühere Gang Verbindung. Her war Mitautor für kinderbücher, arbeitete daran, junge Menschen zu überzeugen, nicht mitglied einer Gang zu werden und schrieb eines der überzeugendsten Bücher über das Gefängnisleben, dass ich jemals las: „Life in prison“. Er schrieb es in geradlinigem, starkem Stil um den Lesern zu zeigen, wie das Gefängnisleben wirklich ist. He pulled no punches. [etwa: Er erntete keinen Widerspruch. Anm. d. Ü.] A
Alle die das lesen werden wissen: Ein Gefängnis ist kein Ort, wo Menschen jemals sein wollen.
Stan erhielt für seine Arbeit im Gefängnis mehrere Friedensnobelpreis Nominierungen; im Jahr 2004 wurde ein Film über sein Leben gemacht: „ The Stan Tookie Williams Story“; als sein Hinrichtungsdatum immer näher rückte, erhob sich eine Massenbewegung – von der ich (S.L.) Teil war – um den unbeteiligten und gleichgültigen Gouverneur Arnold Schwarzenegger zu drängen, Gnade zu gewähren. Dicke Chance. Tauesende beteiligten sich an der Anstrengung: Berühmtheiten, Politiker, Nobelpreisträger, and Pacific Radio […] [das beste Radioprogramm seiner Art. Es war alles umsonst; die Gnade wurde verweigert und Stan wurde am 13. Dezember 2005 durch eine tödliche Injektion zum Tode befördert, während draußen vor dem berüchtigten San Quentin State Prison Gefängnis Tausende protestierten. Stan’ s Tod war nicht leicht oder schmerzlos. Man brauchte über einen Zeitraum von 30 Minuten wiederholte Nadelinjektionen dazu, die mit großen Schmerzen verbunden waren.
[ Anm. d. Ü. : Stellen Sie sich das vor: Sie liegen festgeschnallt auf der Todesbahre, bei vollem Bewusstsein, Auge in Auge mit Ihren Henkern, die mehrmals eine Nadel in Sie hinein stechen, die an einem Schlauch ist, durch den das Gift tröpfelt…]
Stan’ s Leiden ist kein Einzelfall. Es ist gewöhnliche Praxis , und wie oben bereits erwähnt, wird dieser Vorgang „zufällig“ durchgeführt von sadistischem Personal. So ist dieser Vorgang auch für einen Todeskandidaten eine schwere Verletzung des Achten Verfassungszusatzes, der „grausame und unnötige Bestrafung“ verbietet. Aber wer kümmert sich und wer wird handeln, um das zu verhindern – da es „nur“ um einen verurteilten schwarzen Mann am Tage seiner Hinrichtung geht....

Das profitable Geschäft, einen GULAG zu betreiben
Die profitablen Geschäftsbereiche, einen GULAG zu betreiben, explodierten während der Reagan Ära, als die Einkerkerungen begannen, dramatisch anzusteigen. Zusammen mit einer wachsenden Gefängnisprivatindustrie (…) wollten weitere Privatfirmen ein Stück vom Kuchen haben und bekamen es. Hier geht es um Architekturfirmen, Konstruktionsbüros, Essenlieferanten, alle Arten von Ausrüstung und hardware , Lieferanten von Stahltüren, Stacheldraht, Kommunikationssysteme, Medizingeräte, etc. Es gibt auch einen großen bedarf an Uniformen und ausgesuchten Waffen, einschließlich Produkten wie chemische Keulen und Pfefferspray, die schwere Verletzungen und Schmerzen verursachen können, Verbrennungen zweiten Grades, zeitweise Blindheit oder völlige Erblindung, und es geht um Elektroschocker die 50.000 Volt emittieren (genug um einen professionellen football Spieler in Spitzenform umzuhauen) , die töten können und das bereits getan haben: seit Januar 2006 waren das 167 Opfer - allein durch den Gebrauch von Elektroschockern. Und es gibt eine Menge mehr: Die Versorgung und Abfütterung einiger Millionen Menschen benötigt eine Menge Lieferungen, um das System zu erhalten. Zählen sie alles zusammen und dann haben Sie ein Big Business; das wächst mit jedem Gefängnis und jedem Gefangenen. Und man braucht sich nicht zu sorgen. Anders als beim Öl braucht man nicht zu befürchten, die Körper gingen einem aus…
Die big player dieser Wachstumsbranche sind die Privatunternehmen, die diese Höllenlöcher betreiben. Und die Gefängnisse, die sie betreiben, sind noch schlimmere Höllenlöcher als die staatlichen Gefängnisse. Die privaten Unternehmen mit ihren Anteilseignern und der ewig gierigen Wall Street benötigen wachsende Profitströme und strikte Kostenkontrolle um ihre Gewinne zu maximieren. Das bedeutet: personelle Unterbesetzung, schlechte Bezahlung für schlecht ausgebildete Mitarbeiter, ärmliche und unsichere Rahmenbedingungen, kleine oder gar keine Lebensrettungssysteme, oder gar Selbsthilfeprogramme oder Bildungsmöglichkeiten [z. B. eine Bibliothek, Schulabschlüsse, Lehrgänge usw. ], keine Beratung für die Rehabilitation oder für Drogenabhängige und sogar eine schlechtere medizinische Versorgung als in einem Dritte – Welt – Land. Warum sich darum sorgen – dies alles kostet Geld und reduziert den Profit. Privatfirmen können die Gefangenen auch als de facto Sklaven ausbeuten. Sie sind nicht verpflichtet, Löhne zu zahlen und können ihren Vorteil aus den zur Verfügung stehenden Körpern ziehen. Warum sollten sie das auch aufgeben. Es ist weiterer Profit.
Der Privatsektor der Gefängnisindustrie ist immer noch ein kleiner Sektor innerhalb des Ganzen. Aber er wächst, und während er das tut, wird seine dunkle Seite noch dunkler. Unähnlich anderen Geschäften, gehört Qualitätssicherung nicht zu diesem Geschäft. Wenn Menschen leiden, um den Profit zu vergrößern – wer wird sich daran stören? In diesem Geschäft braucht man die Leute nur in Käfigen unter Kontrolle zu halten; und falls man sie benutzt, ausnutzt oder gar einen verliert – es gibt ja genug davon …So geht das in einer Nation, die ihre Menschenmassen als Waren betrachtet und sie ausbeutet. Dies passiert in dieser modernen Ära, in der die Sozialstandards derartig verschlechtert sind, dass sie das hervor bringen, worüber Franklin Roosevelt in den Jahren der Großen Depression sprach, als er sagte: „Ich sehe ein Drittel der Nation obdachlos, in Lumpen gehüllt und unterernährt.“ Noch ist es nicht ganz so schlimm, aber wir sind geradewegs auf dem Weg dorthin. Wie oben erwähnt wurde, wird so eine aufsässige Bevölkerung geschaffen, die sich der Staat entschlossen hat, weg zu sperren, anstatt lebensnotwendige soziale Dienste zur Verfügung zu stellen, die grundlegende Bedürfnisse erfüllen. Das Ergebnis ist der US GULAG, die Schande der Nation. Die Historiker der Zukunft werden uns nach unserem sozialen Bewusstsein beurteilen – besonders danach, wie wir die Schwächsten behandeln. Sie werden uns ebenso nach unserem Justizwesen beurteilen und den Gefängnissen darin, die dieses Bewußtsein reflektieren. Die Ehrlichsten werden nicht freundlich sein. Der große russische Romancier Dostojewski bemerkte einmal, er beurteile die Qualität einer Gesellschaft nach der Qualität ihrer Gefängnisse. Er hätte vielleicht hinzugefügt: auch nach der Menge ihrer Gefängnisse.

Die Beweise zeigen eine Nation auf dem Weg zur Tyrannei
Die Beweise aus dem Ungerechtigkeitssystem und seinen Gefängnissen zeigen alleine schon, wie sich diese Nation von einer Republik zur Tyrannei bewegt. Es ist nicht sehr verschieden von dem antiken Rom, als sich dies von einer Republik zu einem Empire veränderte […]
Alleine schon unser Gefängnissystem ist ein starkes Symbol und eine Erinnerung an eine Gesellschaft, die auf Militarismus und imperiale Eroberungen im Ausland aufgebaut ist; auf der Zerstörung unserer Bürgerrechte zu Hause; der Vernichtung unserer Sozialsystem und dem Brechen des Gesellschaftsvertrages, zusammen mit einem Transfer von Vermögen von den Armen zu den Reichen und Mächtigen. Dies reflektiert eine Nation, die in die Hölle der Tyrannei und des Despotismus hinab steigt, die schlimmer wird und droht, uns alle zu treffen – abgesehen von denen an der Spitze. Wir haben das Ungeheuer eines national security Polizeistaates erschaffen ( betrieben vom neuen Heimatschutzministerium und dem Büro des Geheimdienstkoordinators) , um eine sich auflehnende Bevölkerung zu kontrollieren, die wahrscheinlich wächst. Davon sind mehr Leute betroffen, als die Unterprivilegierten – neue „Dämonen“ sind schnell gefunden, anvisiert und in Gefängnisse eingeliefert – alles, um die absolute Macht zu sichern. So geht das in tyrannischen Staaten, - sogar in denen, die behaupten, Demokratien zu sein – es aber nicht sind, wie wir.
Es [die Heuchelei vom Staat, der Demokratie zu sein behauptet; Anm. d. Ü.] geschah im antiken Rom und in modernen Zeiten in Nazi Deutschland, nachdem Hitler zum Kanzler ernannt wurde und die Weimarer Republik beendete. Er nannte seine Partei „Die National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei“, […] aber seine Unterstützer waren die Deutschen Industriellen und Militaristen, und seine Ideologie war faschistisch und rassistisch. Es war nicht lange, bevor er begann, seine vielen Feinde zu entfernen und zu versuchen, einen Staat für die Privilegierten und „Rassereinen“ zu schaffen. Die unsterblichen Worte des Pastors Martin Niemöller erklären es und warnen uns jetzt: „Zuerst kamen sie und holten die Juden, dann die Kommunisten, dann die Gewerkschafter – und jedes Mal sprach ich nicht dagegen, weil ich nicht einer von ihnen war; bis sie dann mich holten und niemand mehr übrig war, zu dem ich hätte sprechen können.“ - und niemand mehr ihm helfen konnte.
Dieser Essay behandelt nur das Problem der Masseneinkerkerungen der Benachteiligsten unter uns. Ich habe die anderen Themen in anderen Essays behandelt und beabsichtige, über den Krieg gegen die Immigranten in einem zukünftigen Artikel zu schreiben. Aber wenn wir die Warnung Pastor Niemöller’s nicht befolgen, werden sie früher als wir denken, auch uns holen kommen – und wer wird dann übrig sein, um uns zu helfen? Basierend auf den beweisen, die ich hier präsentierte, haben wir schon eine Gesellschaft außer Kontrolle mit einer gewissenlosen Regierung, einem go-along [etwa: immer weiter so! Anm. d Ü.] Kongress und „freundlichen“ Gerichten, die uns auf den Weg zur Hölle führen.
Das US GULAG System ist eine Metapher und ein deutliche Warnung; es reflektiert einen repressiven Staat, der auf dem gewissenlosen und ungerechtem Patriot Act basiert, dessen Gesetze nahe daran sind, von rassistischen, faschistischen Einwanderungsgesetzen ergänzt zu werden und nun im Senat beraten werden. Diese Gesetze kriminalisieren die Einwanderer ohne Papiere und auch die Leute, die mutig genug sind, diese Menschen zu unterstützen – sie kommen direkt aus den Abgründen der Nazihölle. Sie werden möglicherweise verabschiedet und werden wahrscheinlich gefolgt von noch repressiveren Gesetzen, die Sie und mich ins Visier nehmen – falls Sie nicht zu den Privilegierten gehören. Bis heute sind die Ziele „nur“ am Boden der Gesellschaft : Farbige, Einwanderer, und Muslime. Aber in der Feuerlinie ist jedermann (einschließlich moslemische Akademiker, die fälschlich als Terroristen bezeichnet werden) der es wagt, die Politik der Regierung zu kritisieren. Wie lange wird es noch dauern, bis niemand mehr sicher ist?
Nur wenige Leute wissen: der Präsident hat sich selber nun die Macht gegeben, jedermann zu entlassen, den er als „bad guy“ [schlechter Typ] bezeichnet – und bezeichnenderweise auch in dieser Sprache. Damit nicht genug, beansprucht George Bush das Recht, als „Unitary Executive“ [Alleinige Amtsgewalt; Anm. d. Ü.] zu regieren; mit der Macht, die Gewaltenteilung zu beenden, den Kongress und die Gerichte auszuschalten und so zu handeln, wie er es für nötig befindet, um „die nationale Sicherheit zu schützen“. Das bedeutet einfach, wenn er entscheidet, die Gesetze zu ignorieren, regiert er durch Präsidentenerlass, und nimmt diktatorische Gewalt ohne Opposition wahr. Sollte er jemals frech genug sein, dies zu tun (und glauben Sie nicht, er würde es nicht wagen) und nicht gestoppt wird, dann hat er „den Rubikon überquert“ und das Land in einen totalitären Staat verwandelt, - und das Spiel ist für uns alle aus. Wir sind alle bereits potentielle Opfer [oder Verdächtige; man denke an online Durchsuchungen, Schäubles Sicherheitskatalog et al; Anm. d. Ü.] und wir sollten besser begreifen, dass wir in der Schlange der Opfer vorrücken. Bis Bush-Cheney und ihre Clique nicht gestoppt sind, können wir damit rechnen, dass sie uns eines Tages holen kommen – und dann wird es zu spät sein. Es ist derzeit ein schamloser Hohn zu behaupten, alle Einwohner, ob reich oder arm, kämen in den Genuß unserer durch die Verfassung garantierten ehrwürdigen Rechte. Nur die Privilegierten und Mächtigen haben diese Rechte heute, nicht aber der Rest von uns. Und wenn du schwarz bist oder arm, ein einwanderer ohne Papiere oder ein Moslem (unser neuester Staatsfeind Nr. 1) – dann hast Du gar keine Rechte. Steig auf, sie haben Dir bereits eine Nummer gegeben und besser, Du hältst eine gepackte Tasche bereit.
Wir sind in unserer 230 jährigen Geschichte einen langen Weg gegangen, aber abgesehen von einigen kurzen Perioden ging es immer bergab. Wenn das der „American Way“ ist, sollten wir uns neu aufstellen und einem anderen Weg folgen; einem , der auf sozialer, politischer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit beruht; darauf, sich um andere Menschen zu kümmern anstatt sie auszubeuten für den Nutzen einiger weniger Privilegierter. Wir haben nicht mehr viel Zeit, wachen also besser jetzt auf und bewegen uns schnell. Wenn wir weiterhin Fox News [hm, vergleichbar RTL , SAT 1, Tagesschau, etc. - eben die dominanten mainstream Medien; Anm. d. Ü.] schauen, die New York Times lesen, NPR zuhören und dann zum Einkaufszentrum rennen, sind wir verdammt dazu, das gleiche Schicksal zu erleiden wie alle anderen Nationen, die dem Weg folgten, den wir jetzt gehen. Es ist der Weg zum Höllenabgrund – und unserer ist nicht mal mit guten Vorsätzen gepflastert.

Von Stephen Lendman

Stephen Lendman lives in Chicago and can be reached at lendmanstephen@sbcglobal.net. Also visit his blog address at sjlendman.blog.spot.com.

Übersetzung: Klaus Jaeger; www.cluster1.eu ; 30. Juni 2007


The US Gulag Prison System
http://www.globalresearch.ca/the-us-gulag-prison-system/2113