Loveparade 2010 - Racheakt der Polizei?

Man muss hierzu wissen, dass es im Vorfeld der Loveparade einen Machtkampf zwischen den verantwortlichen Politikern und der Polizei gab.

Duisburger Polizei warnte wohl mehrmals vor Loveparade

"Die Polizei in Duisburg hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im Vorfeld der Loveparade gegenüber dem Veranstalter und der Stadt Bedenken am Sicherheitskonzept des Veranstalters geäußert. Dabei sei die Polizei aber auf massiven politischen Widerstand gestoßen, berichtete die Zeitung."

Polizeichef warnte vor Tragödie – und musste gehen

 «Die Polizei in Duisburg hat ihre Bedenken in mehreren Workshops und Besprechungen deutlich gemacht», sagt ein Beamter in Duisburg einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» von heute zufolge. Der Veranstalter habe darauf aber nicht reagiert.

Polizeichef wegen Loveparade in Ruhestand

Vor allem der mittlerweile in Ruhestand gegangene Polizeipräsident Rolf Cebin hatte sich wegen Sicherheitsbedenken so heftig gegen die Austragung der Loveparade ausgesprochen, dass der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg nach «SZ»-Informationen in einem Brief an den damaligen FDP- Innenminister Ingo Wolf die Absetzung des Polizeipräsidenten forderte.

«Die Duisburger Polizei liess erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden der Durchführung der Loveparade entgegen. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge», heisst es in dem Schreiben aus dem Jahr 2009.

«Der Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen.»


Es wäre deshalb durchaus möglich, dass aufgrund von gekränkter Eitelkeit und Rechthaberei  es erst zu diesem Unglück gekommen ist.

Sehen wir uns hierzu einmal ein paar Bilder an:





Das ist ein Bilder von der Hauptrampe, also der Rampe die immer so frei bleiben muss, dass ein reibungsloser Fluß gewährleistet ist. Warum wurde diese wichtige Passage durch Polizeiautos um ein Drittel  verengt? Wollte man hier künstlich eine Verengung schaffen, damit überhaupt erst ein Stau entstehen kann?

Kommen wir zu einem weiteren Bild



Dieses Bild ist ebenfalls von der Rampe und zeigt, dass man bereits vor dem Unglück alles versucht hat, um diese Stelle künstlich so gut es geht zu verengen. Wir sehen dort einen Brezelverkäufer mitten in der wichtigsten Ein- und Ausfahrtsschneise für die Besucher, sowie quer gestellte Polizeiautos.

Das hat aber noch nicht zu dem Unglück geführt, weil sich die Besucher trotz dieser aufgebauten Schikanen durch ihr vorbildliches Verhalten immer irgendwie noch einen Weg auf das Gelände bahnen konnten.


Um 16.01 Uhr sperrte die Polizei dann die komplette Rampe. Niemand konnte mehr rein noch raus.
Dadurch bildete sich ein Pfropf in der Mitte der Rampe der immer größer wurde.
Um sicher zu gehen, dass es auch ja zu einer Katastrophe kommen würde, sperrte die Polizei auch noch den rechten und linken Zufluss zur Rampe, damit sich da auch nochmal eine große Anzahl von Menschen bilden konnte. Nachdem an diesen drei Stellen genug Menschen angesammelt waren, ließ man diese drei Menschenmassen aufeinander los. Selbstverständlich geht dann gar nichts mehr. Weder nach vorne noch zurück. Schon alleine diese Handlungsweise zeigt, dass das Ganze kein Unglück noch ein Zufall sein konnten.


Bitte auf den unteren Link klicken, dann erscheint das beschriebene Bild.
3 ist die Hauptrampe und bei 1 und 2 haben sie zusätzlich nochmal Menschen gesammelt durch Sperren, also drei gezielte Sperren durch die Polizei, dann strömten die gesammelten Menschen von 1 und 2 die rein wollten, auf die nun ebenfalls gesammelten Menschen der Hauptrampe 3 zu, die raus wollten. Unmöglich, dass da überhaupt noch irgendetwas ging. Wenn man unbedingt ein Unglück erzwingen will, dann macht
man es genau so.



Hier ein Video zu besseren Veranschaulichung


video

Schallers Vorwurf: Die Polizei hätte - als sich vor den Zugängen im westlichen und im östlichen Bereich des Veranstaltungsgeländes ab 15.50 Uhr die Massen stauten - aus unerklärlichen Gründen drei Sperrketten gebildet, zwei in den Tunnels und eine auf dem unteren Teil der Zugangsrampe.
Diese Ketten, sagt Schaller, seien "vermutlich die Ursache der Katastrophe" gewesen: "Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat." Ohne die Polizeikette auf der Rampe würden die "Menschen heute noch leben", behauptet Schaller. 


Das Ganze wurde dann fast eine Stunde in so einem Zustand gehalten um es dann ebenso schnell wie es gekommen war wieder aufzulösen.
Warum konnte der komplette Platz nicht eine Dreiviertelstunde früher mit den gleichen Maßnahmen entspannt werden, wie es eine Dreiviertelstunde später ohne Probleme gelang?

Polizei hatte offenbar Probleme mit Schichtwechsel

Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.

Erlebnisbericht von der Loveparade-Panik "Ich konnte nur noch schreien"

Meine Freundin lief auf einen Polizisten zu und erzählte ihm, was da hinten passierte, aber er winkte ab, sagte, sie sollte weitergehen, er wisse es schon – wir liefen zu dem Nächsten und ja, es waren viele, die da standen und untätig zusahen, während Menschen wie Lemminge auf ihr Verderben zuliefen – oder das der Anderen. Sie lachten uns aus und sagten, es würde schon niemand sterben. Sie hielten diejenigen, die schon im Tunnel waren, nicht zurück, taten nichts, gar nichts – und uns glaubten sie nicht, wir waren nur dumme Kinder für sie.


Loveparade Opfer klagen Polizei an

Sein Zorn richtet sich gegen die Polizei, der er die Hauptschuld für die Tragödie gibt. Der junge Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen einige Beamte. "Die haben nicht geholfen, als die Massenpanik ausbrach, sondern haben nur zugeschaut", behauptet er. "Erst als Tote und Verletzte am Boden auf der Rampe zu sehen waren, sind die meisten von ihnen eingeschritten." Einen Beamten will der Oberhausener deswegen wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. "Er darf nicht ungestraft davonkommen", fordert Pavone.
Mit seiner Freundin Yvonne Schroeder (20) rettete sich der 26-Jährige im "letzten Moment" aus dem Pulk , in dem 21 Menschen ums Leben kamen und mehr als 500 verletzt wurden. Helfer zogen die beiden vom Container, in dem der Crowd-Manager (engl. crowd für Masse) hilflos festsaß, eine fünf Meter hohe Mauer rauf. Dabei sollen die Retter von Polizisten massiv behindert worden sein. "Sie forderten die Helfer auf, die Menschen nicht weiter die Mauer hochzuziehen und schubsten sie weg. Zudem haben sie die Seile eingeholt, die zur Rettung in den Kessel runtergelassen wurden", sagt Pavone.

Nachdem der 26-Jährige und seine Freundin in Sicherheit waren, versuchte er die dramatischen Szenen mit seiner Handykamera zu filmen. "Aber ein Polizist hat mich angebrüllt und mir das Handy aus der Hand geschlagen", sagt er. Den Polizisten, den er anzeigen möchte, konnte er trotzdem aufnehmen. Auf dem kurzen und sehr wackeligen Video, das unserer Redaktion vorliegt, ist zu sehen, wie ein Polizist nach dem Handy schlägt und drei weitere Polizisten die Massenpanik filmen. "Die standen einfach auf der Mauer und haben gefilmt, während unter ihren Füßen Menschen um ihr Leben kämpften – unfassbar. Wieso haben die nicht geholfen?" fragt Pavone.
Einen Tag nach der Tragödie behauptete die Polizei noch, nicht gefilmt zu haben. Mittlerweile gehen immer mehr solcher oder ähnlicher Anzeigen von Partybesuchern gegen den Polizeieinsatz am Todestunnel bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei Duisburg ein. 


Dokumentation der Ereignisse zur Loveparade 2010 in Duisburg